Sonntag, 15. November 2020

Eislöwen zuhause weiter ungeschlagen...

Helenius als Turm in der Schlacht gegen die designierten DEL-Löwen!

Wie bitter ist es, dass dieses Spiel ohne Fans stattfinden musste, zeigten doch beide Teams ein attraktives, temporeiches Spiel mit viel Power, Einsatz und Leidenschaft.

Nach der bitteren Last-Second-Overtime-Niederlage in Crimmitschau schienen unsere Eislöwen wenig beeindruckt und den Schmerz schnell aus den Kleidern geschüttelt zu haben. Von Anfang an bot man dem namhaften Kader der Main-Metropol-Miezen ordentlich Gegenwehr und bewies abermals die Entwicklungsfähigkeit in der Defensive. Dazu half im ersten Powerplay auch noch Fortuna mit, als Kramer im zweiten Versuch zur Führung einnetzen konnte. Balsam für den Mann, der bislang Hauptaktionär an der Gegentor-Börse der Eislöwen war.

In der Folge ließ man nicht nach, setzte den Frankfurtern weiter gehörig zu, die keinesfalls schwach agierten, aber ein ums andere Mal vom hohen Speed der Eislöwen-Angreifer überrascht wurden. Doch die Gäste erhöhten die Schlagzahl, fanden in Riku Helenius jedoch zunächst mehrfach ihren Meister. Auch der Finne steigert sich von Spiel zu Spiel und rechtfertigte an diesem Wochenende erstmals zweifelsfrei seine Weiterverpflichtung. Seine Vorderleute zudem wieder zweikampfstark und mit der gewohnt guten Stockarbeit am Werk.

Mitte des zweiten Drittels fand dann auch die eigene Offensive wieder Wirkungsspielraum und berannte zielstrebig das Frankfurter Tor. Das 2:0 durch eine schöne Co-Produktion der Trupp-Reihe war schließlich Resultat dessen. Zum Ende des Drittels hin war man im Kopf des Favoriten angekommen, doch verpasste es, auch darin spazieren zu gehen, da man binnen vier Minuten vier dicke Chancen ungenutzt und damit den Gast zurück ins Spiel kommen ließ. Die Antwort der Frankfurter folgte direkt. 2:1. Die Führung plötzlich wieder wackelig, der Gegner einfach zu gut, um sich in Sicherheit zu wiegen.

Genau so eröffneten die Bad Nauheimer Vorstädter dann auch das Schlussdrittel. Reservetank, Sportknopf, Nitro, kurzum, der Titelaspirant erhöhte den Druck, berannte das Eislöwen-Tor und erzwang somit immer wieder Fouls. Die Folge: Zu viel Unterzahl. Eine führte zum Ausgleich. Doch Helenius bewahrte seine Farben vor einem möglichen Rückstand und dank einer auch im Schlussdrittel starken Defensivleistung, fing man sich zum Ende hin wieder, nahm auch offensiv wieder Rhythmus auf und hätte mit etwas Glück nur Sekunden vor Schluss den in Crimmitschau so beliebten Buzzer-Beater, den wir eher aus dem Basketball kennen, erzielen können, doch leider fiel der Puck unserem Stürmer auf die falsche Schlägerseite und das offene Netz erhielt keine festliche Gummierung.

So ging es mal wieder in die Overtime. Wie schon gegen Weißwasser und in Crimmitschau fanden sich unsere Jungs im Powerplay wieder und dieses Mal knackte der Kapitän höchstpersönlich den weiß-orangenen Abwehrriegel, sicherte den Zusatzpunkt und belohnte das Team für die starke Defensivleistung. Zweites Heimspiel, zweiter Sieg. Danke Männer. 

Fazit: Strukturiertes Spiel. Die nächste Leistungssteigerung. Der Qualitätssprung im gesamten Spiel, den Special Teams und im Tor geht weiter. Es geht voran und wenn man es dann zukünftig und vor allem auswärts noch schafft, offensiv die Chancen effizienter zu verwerten, wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch der erste Dreier bejubelt werden darf.

Wir jedenfalls sehen eine stetige Entwicklung eines Teams mit viel Potenzial, Mentalität sowie Zusammenhalt und freuen uns über einen durchaus soliden Saisonstart. Natürlich könnte man schon zwei oder drei Punkte mehr auf dem Konto haben, aber genauso gut auch drei weniger. Diese Liga ist eng und von Beginn an zu punkten, daher sehr wichtig.

Die Suppenhaar-Fraktion wird das Grundprinzip der Peitsche, Zuckerbrot ist wohl ausverkauft, sicher trotzdem weiter verfolgen. So sei es. Wir dagegen konzentrieren uns auf die Entwicklung, den Trend und welche Gegner man in dieser Woche vor der Brust hatte. Die einen erwarten Dreier gegen Frankfurt und Punkte in Bietigheim, obwohl das Team ja angeblich qualitativ gar nicht in der Lage sei, mit der Ligakonkurrenz und schon gar nicht mit den Topteams mitzuhalten, kritisieren dann aber, dass man gegen Frankfurt nur nach Overtime gewinnt, andere dagegen analysieren das Gesehene in Verbindung mit Papierform, Erwartung und Aktualität, sehen sich noch in der Rolle als Fan und damit Unterstützer und wissen eine gute Leistung noch zu würdigen, statt beinah chronisch alles madig machen und stets irgendwelche unnötigen Spitzen verteilen zu müssen. 

Keine Ahnung, wann das "Pure Freude"-Gen so einigen abhanden gekommen sein mag, aber wir besinnen uns lieber auf das, was uns damals wie heute an diesem Sport fasziniert hat. Leidenschaft, Gemeinschaft, Zusammenhalt und ein fairer Umgang miteinander, statt einem wenig erfreulichen  (Anti)socialmedia-Trend zu folgen, der nur noch darauf abzielt, alles und jeden zu zerlegen.

Diese Truppe hat keine Diva. Diese Truppe steht zusammen. In dieser Truppe kämpft jeder für den anderen und diese Truppe wird sich immer weiter entwickeln. Deshalb stehen wir auch ohne wenn und aber hinter diesem Team, wie so viele andere Fans auch. Sicher konstruktiv kritisch, wenn es wirklich sein muss, aber ebenso sicher nicht überzogen und reflexartig, nur aus einer gewissen Gewohnheit heraus, weil man nicht über seinen Schatten springen kann.

In diesem Sinne liebe Eislöwen, genießt den Sieg über den Titelfavoriten Nummer eins, den kurzen Rest des Sonntags und freut euch auf die nächste Woche. Wenn wir gemeinsam wieder um Punkte und Siege kämpfen. Gute Nacht.

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