Kassel war heute richtig rostig. Man spürte, dass sie acht Tage kein Spiel hatten, während unsere Eislöwen voll im Rhythmus agierten. Dennoch war der optische Unterschied zwischen beiden Teams erschreckend.
Wie schon im ersten Drittel im Feinstaubviertel, fuhren unsere Jungs teilweise Kreise um den Gegner und erzeugten mitunter den Eindruck eines Klassenunterschieds. Bereits im ersten Abschnitt hatten die Dresdner genügend Chancen, um die Partie frühzeitig zu entscheiden.
Die Tore sollten aber erst im Mitteldrittel fallen. Angeführt vom starken Dane Fox, der gleich doppelt traf, zog man verdient auf 3:0 davon, ehe die Gäste per Powerplaykonter zum Ehrentreffer kamen und den ansonsten unüberwindbar scheinenden Marvin Berbner im Eislöwengehäuse wenigstens einmal ärgern konnten.
Im Schlussdrittel sahen die rund 2.500 Zuschauer dann Eislöwen im Verwaltungsmodus auf Sparflamme, der aber immer noch genügte, um ein weiteres Törchen nachzulegen. Einer der Gewinner der Vorbereitung, Jan Nijenhuis, traf zum Endstand nach Vorarbeit seiner Reihenkollegen Alec Ahlroth und Adam Helewka. Einer der wenigen Eislöwentreffer in Überzahl.
Fazit:
Dieses Team tritt bereits erschreckend früh als echte Einheit auf. Vieles greift schon ineinander. Harmonielevel weit oben. Und trotzdem gibt es Baustellen, was die Konkurrenz nicht gerade beruhigen dürfte. Der Mangel an Disziplin muss ebenso abgestellt werden, wie das mitunter zu statische Powerplay. Derzeit macht das Team aber nicht den Eindruck, Special Teams und Disziplin zu benötigen, um siegreich sein zu können.
Vor allem das spielerische und läuferische Niveau als Gruppe beeindruckt. Zudem kann man auch im Tor aus dem vollen Schöpfen. Ob Janick Schwendener, Fabian Hegmann oder heute Marvin Berbner als Dritter Goalie, alle zeigten stabile Leistungen.
Unser aller Hauptaufgabe wird daher aktuell wohl sein, nicht abzuheben und immer wieder zu verinnerlichen, dass alle das nichts zählt, da wir noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto haben.
Es gibt allerdings schlimmeres, als mit Euphorie und guter Laune Richtung Saisonstart zu blicken.