Sonntag, 1. März 2026

Märzlichen Glückwunsch ...

Gegen Dresden kann man mal verlieren!

Balsam für alle geschundenen Eislöwenseelen. Danke Männer. Heute haben es unsere Eislöwen, anders als noch am Freitag, bis über die Ziellinie gebracht und damit die zehn Spiele andauernde Niederlagenserie beendet.

Klammert man die letzten zehn Minuten gegen Nürnberg aus, war das wohl das beste Spielwochenende unserer DEL-Geschichte. Bringt uns zwar sportlich nichts mehr, tut dem Gemüt aber durchaus gut. Ein Sechs-Punkte-Wochenende wäre drin gewesen. 

Doch auch so genießen wir einfach, dass die Jungs, die aktuell auf dem Eis stehen, für unsere Farben alles raushauen, was noch im Tank ist und den Gegnern einen echten Wettkampf bieten. 1A. Besonders herausheben wollen wir heute neben Janick Schwendener, der mit 78 Saves ein überragendes Wochenende hatte, vor allem Ricardo Hendreschke und Dane Fox, der in den letzten beiden Partien gleich drei- oder viermal einnetzte (mal sehen, was die Statistiker letztlich entscheiden werden). Bei beiden sollen die Zeichen angeblich auf Verlängerung stehen. Wir hätten in beiden Fällen nichts dagegen. 

Heute hat wirklich vieles gepasst. Special Teams, Zweikampfverhalten (nicht die meisten, aber die entscheidenden Duelle gewonnen), Laufbereitschaft, einfache Lösungen, wenig Harakiri. Dazu relativ effiziente Angriffe und auch etwas Glück. Somit feiern wir unseren achten DEL-Sieg und wenden vorerst die 40. Niederlage ab.

Es tut so gut. Lasst uns diesen Sieg heute einfach nur aufsaugen und uns bis Mittwoch daran erfreuen. Dann kommt Berlin zum vorerst letzten Ostduell in unsere Eishalle. 

Am Rande der Bande:

C.J. Suess hat sich mittlerweile auf seinem Instagram-Kanal auch zu Wort gemeldet. Aus unserer Sicht ein Alibi-Move. Ob glaubhaft oder nicht, mag bitte jede(r) selbst entscheiden. Für uns hat der Abgang im Stil einen ordentlichen Beigeschmack und der Spieler als Charakter viel Kredit verspielt. 

Hier sein Statement aus dem Englischen übersetzt:

"Am vergangenen Montag habe ich die schwierige Entscheidung getroffen, meinen Vertrag in Dresden zu kündigen, um zu meiner Familie zurückzukehren. Am Mittwoch bot sich mir eine unerwartete Gelegenheit, die meiner Familie und mir Stabilität für die Zukunft verspricht – etwas, das wir für unsere Zukunft als wichtig erachten und nicht ausschlagen konnten.

Ich stehe zu meinem Wort, dass meine Familie immer an erster Stelle steht und jede Entscheidung, die ich treffe, in ihrem besten Interesse ist.

Ich verstehe, dass diese Nachricht überraschend kommen mag, und möchte der Organisation, meinen Teamkollegen und den Fans in Dresden meinen aufrichtigen Dank für ihre Unterstützung während meiner Zeit dort aussprechen. Das hat mir und meiner Familie wirklich viel bedeutet.

Ich freue mich auf dieses nächste Kapitel in Krefeld und auf die Chancen, die vor mir liegen. Vielen Dank an alle, die mich weiterhin unterstützen."

P.S.: Passenderweise haben wir mit dem heutigen Dreier mal mindestens einen Punkteschnitt von 0,5 Punkten pro Partie gesichert und können den Tiefstwert der Liga von Krefeld (2021: 0,47 Pkt./Spiel) nicht mehr unterbieten. Eine kleine suesse Genugtuung. 

Samstag, 28. Februar 2026

Respektlos ...

Mit uns kann man es ja machen! 

Traditionsspieltag, mit Sami Kaartinen eine echte Legende zu Gast, ein Gegner, der uns nicht liegt, volle Hütte, erstmals offiziell 4.576 Zuschauer, alle motiviert. Es war alles bereit für einen schönen Eishockeyabend. Doch dann kam alles ganz anders und wir verloren mit 4(!) zu 4 gegen Nürnberg. 

Dabei sahen die Fans in der Arena und auch zuhause bei Magenta ein durchaus gutes und packendes Eishockeyspiel, welches aber zumindest für Magenta-Zuschauer bereits mit der ersten Respektlosigkeit begann. Wir erwarten von Kommentatoren echt nicht viel, aber man sollte sich zumindest mal mit den Clubs beschäftigen und nicht voller Überzeugung behaupten, der ESC Dresden wäre vor 25 Jahren gegründet worden und das würde man gerade zelebrieren. Es dauert zehn Sekunden, dass sauber zu recherchieren. Aber die Mühe war es wohl nicht wert. Ist schließlich nur der sportliche Absteiger. 

Die größere Respektlosigkeit lieferte allerdings das großartige Team Stripes, welches nach dem vermeintlichen 1:1-Ausgleich der Eislöwen aus dem Nichts die Coaches Challenge in der DEL einführte. Alle waren bereit, weiterzuspielen, standen parat, doch dann ließ sich ein Ref von der Nürnberger Bank bequatschen und einreden, einen Videobeweis zu nehmen. Es wurde vorher nichts angezeigt, keine On-Ice-Entscheidung, nichts. Auch die Ref-Kollegen wussten nicht, was los ist, doch die Quintessenz war die Aberkennung des Tores von Drew LeBlanc, der uns wohl zeitnah Richtung Krefeld verlassen wird. Ein Skandal. Also nicht der Abgang von Drew, sondern die Handhabe der Situation durch den einen Schiedsrichter in seiner Solo-Show, die die Frage aufwirft, ob diese Liga uns jemals wirklich ernstgenommen hat. Es war ja nicht die erste verrückte Entscheidung zu Ungunsten unserer Farben. Der gestrige Vorfall ist schlicht und einfach ein Skandal. Aber ein Aufbegehren führt sicher zu nichts außer ungerechtfertigten Geldstrafen einer heuchlerischen Liga, die sich selbst in die Tasche lügt, da sie nicht kritik- und lernfähig ist.

Kommen wir zur Respektlosigkeit Nr. 3: Der Respekt vor uns selbst. Daran ließen es in den letzten zehn Minuten sowohl wir als Fans als auch die Spieler auf dem Eis mangeln. Eine verdiente 3:1-Führung nach all den Hürden im Spiel so herzuschenken und 30 Sekunden vor Ultimo noch komplett leer auszugehen, lässt schon hinterfragen, wieso man plötzlich so passiv und eben nicht mehr griffig agierte. Zum anderen war es unsererseits aber auch nicht clever oder glücklich, ausgerechnet dann uns selbst zu feiern, wenn das Team gerade in Unterzahl gegen den drohenden Ausgleich kämpft. Nicht das optimale Signal. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Support gestern top war. So gewinnt also das Team, welches die drei Punkte ganz dringend brauchte.

Am Ende stehen wir dann, passend zur ganzen Saison, wieder alle enttäuscht und ernüchtert da. Denn auch jetzt tut so ein Erlebnis einfach nur verdammt weh. Andernfalls wären wir hier auch Fehl am Platze.

Eishockey ist Leidenschaft und Emotion. All das war gestern da, doch was fehlte, war Respekt. Vor allem von Seite der Offiziellen.

Mit uns kann man es ja machen. Auch weil wir es mit uns machen lassen. Diese Erkenntnis schmerzt gewaltig und es sollte sich zügig etwas ändern. Wer sich nicht wehrt, kommt irgendwann aus der Opferrolle nicht mehr raus.

Nur noch sechs. Behaltet die Köpfe oben.




Mittwoch, 25. Februar 2026

No ESCape ...

Der sportliche Abstieg ist besiegelt!

Wir wussten, dass es kommen würde. Nun ist es sportliche Gewissheit. Unsere Dresdner Eislöwen sind sportlicher Absteiger der DEL-Saison 2025/2026 und somit treten wir nach einer, zumindest auf dem Eis katastrophalen Premierensaison direkt wieder den Gang in die DEL2 an.

Wir haben mit uns gerungen, was in diesem Moment der sinnvollste Weg ist. Man könnte sarkastisch und höhnisch werden, man könnte auf alles und jeden eindreschen. Doch wenn man so frustriert ist wie wir und ihr, neigt man dazu, alles zu dramatisieren und Dinge völlig wild miteinander zu vermengen, unfair zu werden und den Frust unkanalisiert auf alles loszulassen. Wir haben heute nicht verloren, weil fünf Spieler gegangen sind. Wir haben über die gesamte Saison hinweg von Köln Einläufe kassiert. Nicht umsonst sind die Haie Tabellenführer. 2:5, 0:5, 1:8, 2:7. 

Wir sind nicht heute abgestiegen, sondern über 45 kleine, überwiegend schmerzhafte Etappen hinweg. Es war ein langer schleichender Tod, der verdammt wehtut, auch wenn man sich wochenlang darauf vorbereiten konnte. Unsere sächsischen Rivalen werden uns aufziehen. Wir werden damit gut leben. Denn, obwohl wir absteigen, werden wir immer noch in ihrer Liga spielen.

Wir haben 38 Niederlagen ertragen und haben immer wieder unsere Krone gerichtet. Dies werden wir auch tun, wenn noch einmal sieben Pleiten hinzukommen sollten. Wir waren sportlich in allen Bereichen einfach nicht gut genug. Von vorne bis hinten. Von A bis Z. Die Idee, der Plan ist gescheitert. Oder wie Posti gesagt hat: "Es war alles schei*e".

Dennoch haben wir uns das Erlebnis Oberhaus verdient und bei aller Enttäuschung auch Highlights gesetzt. Das erste Tor. Der erste Sieg. Über 2.000 Auswärtsfans in der Hauptstadt. Der grandiose Sonderzug-Coup in Mannheim. Ein neuer Zuschauerrekord in der Clubgeschichte. Wir haben vielerorts einen guten Eindruck hinterlassen. Sportlich waren wir ganz gewiss keine Bereicherung, doch als Standort umso mehr. Jetzt wissen wir, wie es da oben ist. Vielleicht kehren wir ja in gar nicht allzu ferner Zukunft zurück. Wir können aber auch damit leben, wenn es nicht gelingt. Wir warn in Frankfurt, wir warn in Augsburg und auch nach Mannheim fahrn wir immer wieder gern. Wir sind die Löwen und trinken Bier, ja Dresdner Löwen, dass sind wir. Die Fangemeinde hat sich zusammengerauft, ist gewachsen. Woran hat et jelegen? Na an uns sicherlich nicht, wenngleich auch wir noch viel Luft nach oben haben. Allerdings hat das der gesamte Standort in fast allen Bereichen. 

Wie bei den größten Erfolgen, steht man auch in den bittersten Stunden zusammen. Nicht die und wir. Man gewinnt zusammen und verliert zusammen. Wir haben einen schweren Gang vor uns. Wir werden diesen Gang aber meistern. Wir stehen wieder auf. Back to the Future. Marti McFly kann schonmal den Fuchskompensator startklar machen und die Superzündis zum befeuern des Sahnparks einpacken. Zurück ins Wohnzimmer. Unsere Heimat. Die DEL2. Mit den Köpfen oben. Unzerstörbar. Wir werden genügend Zeit haben, die Wunden zu lecken und die Seele heilen zu lassen. Jetzt erst recht. Eissportclub Dresden.

Wir sind stolz, diese unsere Farben in unseren Herzen zu tragen. Ob zwei Jahre, oder über mehr als drei Jahrzehnte. Blau und Weiß, ein Leben lang.


Dienstag, 24. Februar 2026

Suess im Abgang ...

Eislöwen auf Diät!

Nix Suess(es) mehr für die Eislöwen. Somit sind wir nun also bei einer Handvoll Abgänge. Mit C.J. Suess verlässt der nächste Spieler den Club noch vor Saisonende. Aus familiären Gründen. Er möchte mit seiner jungen Familie zurück in die Heimat und ihr seine Aufmerksamkeit schenken. Okay.

Wir sind in dieser Saison ja bereits ans Verlieren gewöhnt. Nun verlieren wir neben Spielen zusätzlich auch noch Spieler. Nicht schön, aber der Fokus liegt ohnehin bereits auf der nächsten Spielzeit. Aktuell verbleiben ja trotzdem noch 26 Kaderspieler für 21 Plätze auf dem Spielberichtsbogen. Allerdings sollte man jetzt nicht nochmal fünf Abgänge folgen lassen, bevor die Hauptrunde beendet ist.

C.J. Suess war letztlich eines dieser Missverständnisse auf dem Importsektor. Gute Veranlagung, aber zu Beginn spürte er zu viel Druck in Reihe 1 und letztlich war er nicht torgefährlich genug, um konstant den Unterschied in Spielen machen zu können. Er hat genau das abgerufen, was man in den letzten beiden AHL-Jahren von ihm gesehen hat. Am Ende war das dann zu wenig Scoring.

Wir danken C.J. für seinen Einsatz in Blau und Weiß und wünschen ihm und seiner Familie Alles Gute.

Donnerstag, 19. Februar 2026

Serienmord ...

Aber teuer verkauft! 

Auch in der olympischen Pause gelingt es uns nicht, zwei Spiele in Serie zu gewinnen. Allerdings war die Hürde auch ziemlich hoch. Liberec stellt immerhin ein absolutes Topteam der tschechischen Extraliga, die technisch, läuferisch und spielerisch bessere Liga im Vergleich zur DEL, dar. 

Als man sich heute akklimatisiert hatte, stand es leider bereits 2:0 (14.) für die Weißen Tiger. Doch fortan war es ein Duell auf Augenhöhe, in dem letztlich die Special Teams den Unterschied machten. Unsere Eislöwen ließen einige dicke Chancen liegen, hatten aber auch selbst Glück. 

Rourke Chartier markierte nach seinem Game Winner in Litvinov heute den einzigen Eislöwentreffer und bleibt damit heißester Stürmer für das Hauptrundenfinale in der DEL.

Für die anstehenden letzten acht Spiele unserer DEL-Zeit geben die beiden Tests immerhin die Hoffnung, dass wir uns vielleicht noch ein paar Siege erarbeiten könnten. Über mehr müssen wir bekanntlich schon lange nicht mehr reden. 

Lasst uns die Geschichte würdig zu Ende bringen. Danke an die Eislöwenfans, die auch heute in Liberec Vollgas gegeben und unsere Farben zahlreich unter den über 3.500 Zuschauern vertreten haben. Stark!

Dienstag, 17. Februar 2026

LegEnde ...

Der Kapitän geht von Bord!

Es war abzusehen, dass es im Zuge der Neuausrichtung des Kaders dazu kommen würde, doch natürlich geht mit Travis Turnbull, der sich heute dem ESV Kaufbeuren angeschlossen hat, nicht irgendwer, sondern unser Kapitän.

Travis' Karriere ist durch seine Leidenschaft, seinen Kampfeswillen und seine Mentalität geprägt. Auch bei uns hat er sich noch einmal zerrissen. Ein Mann, der nie den einfachen Weg gewählt hat. Ein Krieger auf dem Eis. Ein Vorbild und ein echter Champion. Einer, der immer mit Herz spielt.

Unsere 91, unser Hooligan, unser Bull. Er hat uns mit vor dem Abstieg in die Oberliga bewahrt, uns dann als Anführer den größten Triumph unserer Clubgeschichte beschert, den Meisterpokal nach Dresden geholt und auch in seiner geliebten DEL noch einmal alles in Waagschale geworfen, was er noch zu geben hatte. Dieser Kerl hat immer alles auf dem Eis gelassen. Er hat sich nie geschont. Ein Wahnsinn, dass er immer noch spielt. Drei Jahre davon für unsere Farben.

Travis Turnbull liebt Eishockey und Eishockey liebt Travis Turnbull. Ein geiler Typ. Ein positiv Bekloppter. Einer den wir nie vergessen werden. Retter. Meister. Leader. Aufstiegsheld. Legende.

Thank you Travis. Take care. Stay healthy. All the best to you. Don't forget us. See you.