Auch dieser Sonntag sollte nichts für Freunde der leichten Unterhaltung werden. Dennoch könnte es ein Spiel mit Aha-Moment gewesen sein.
Wir haben das Sieg-Niederlagen-Wechselspiel durchbrochen und uns ein Sechs-Punkte-Wochenende erzittert, erkämpft, erspielt, aber auch ein wenig erzwungen.
Das Spiel im Breisgau begann irgendwie so ähnlich wie das Heimspiel gegen Rosenheim. Etwas mau, etwas larifari, zwar meist mit viel Scheibenbesitz, aber wenig Gier auf Tore und etwas zu seichtem Zweikampfverhalten. Freiburg genügte eine kleine gute Druckphase im Forecheck für die Führung. Begünstigt durch einen Mix aus Berbner out of Position und einer Torhüterbehinderung hatten die Hausherren das offene Tor und stellten auf 1:0.
Im Mittelabschnitt dann ein ganz anderes Bild. Unsere Eislöwen schärfer, griffiger, laufstärker und folgerichtig nicht nur mit dem 1:1, sondern in einem Powerplaykonter sogar mit der Führung. 1:2. Doch dann war man nicht kaltschnäuzig genug und ließ die Hausherren trotz bester Chancen am Leben.
Im Schlussdrittel brauchte es dann nur den einen dummen Fehler und das Spiel stand Kopf. Genau so kam es. Unnötiges Foul. Strafe. Unterzahl. Gegentor. 2:2. Doch damit nicht genug, gelang den Wölfen aus sehr abseitsverdächtiger Entryposition heraus sogar wenig später die 3:2-Führung. In der Folge wirkten wir erst einmal angezählt. Freiburg hielt uns gut außen, verwickelte uns in nervige Zweikämpfe und spielte damit gut die Uhr runter. Dann in der 57. Minute der Geistesblitz von Ryan MacKinnon mit dem Pass auf Sebastian Gorcik und der zeigte heute mit seinem Doppelpack einmal mehr, wie wichtig er ist. Erneuter Ausgleich durch den Mann, der im ersten Drittel mit Cut noch raus musste. Was dann folgte, war erstmals der unbedingte Willen, dass Spiel noch in der regulären Zeit zu regeln. Zugegeben gegen einen Gegner mit begrenzten Waffen, aber das Ende war stark. Felix traf den Pfosten, der Mann des Wochenendes ging mit unbedingtem Willen nach und brachte den Puck ins Tor. Gemeint ist Ricardo Hendreschke, der zum 3:4 netzte. Alec Ahlroth traf danach noch ins verwaiste Tor zum 3:5 Endstand.
Fazit: Es war wieder ein Spiel mit Höhen und Tiefen, aber heute hat man sich am Ende selber aus der Schei** gezogen und mit Willen das Ding gezogen. Ricardo Hendreschke und Sebastian Gorcik dabei die absoluten Go-to-Guys. Es war übrigens der erste Sieg für uns in einem Spiel, in dem wir mehr als zwei Gegentore kassiert haben. Wir sammeln weiterhin Gegentore in Unterzahl und unnötige Strafen, aber immerhin hielt man sich gegen das schwächste Powerplay der Liga im ersten PK mal schadlos. Auch wenn Marvin aktuell keine guten Fangquoten sammeln kann, hat er heute wieder ein paar sehr wichtige Saves gezeigt. Schade natürlich für Fabian Hegmann, dass er bei seiner Rückkehr nach Freiburg nicht ran durfte, aber das ist halt Profisport.
41 Gegentore nach 12 Spielen sind trotzdem heftig, 47 geschossene allerdings auch. Wir sind nun auf Platz 4. Tabellarisch ist das ok. Spielerisch ist aber noch sehr viel Luft nach oben. Heute sind wir jedoch einfach mal erleichtert und atmen durch.