Man soll grundsätzlich in der Vorbereitung keine Vergleiche anstellen, doch es ist schon etwas grotesk, dass wir mit unserem aktuellen DEL2-Kader teils schneller und griffiger gegen Erstligateams wirkten als in der Vorsaison mit unserem DEL-Team. Das läuferische Niveau ist dabei vor allem sichtbar. Natürlich war das Spiel heute gegen Wolfsburg nicht auf dem allerhöchsten Niveau anzusiedeln, doch wenn wir es mit dem Turnier des Vorjahres vergleichen, als wir gegen Wolfsburg im Finale mit 1:2 unterlagen, ist es dennoch auffällig. Diesmal gelang ein nicht unverdienter 4:2-Erfolg nach frühem 0:2-Rückstand.
Vor offiziell 2.600 Zuschauern kamen unsere Jungs gut ins Spiel, doch zeigten sich nicht effektiv. Anders Wolfsburg, zwei eiskalte Abschlüsse, zwei Gegentore. Spätestens mit dem 1:2 durch Adam Helewka nach nur 24 Sekunden im zweiten Drittel kippte aber das Momentum und die Eislöwen-Beine wurden immer frischer. Der Ausgleich nach toller Kombination der Spinks mit Dane Fox als verdienter Lohn. Vor allem kämpferisch zeigte man ein starkes Spiel. Immer wieder checkte man aggressiv vor und nahm Wolfsburg die Ruhe im Aufbau. Besonders auffällig dabei Ricardo Hendreschke, der viele Steals generierte. Im Schlussdrittel wogte das Spiel lange hin und her, Janick Schwendener hielt uns mit einer Topleistung im Spiel. Ein wenig erinnerte es an das erste Duell der letzten DEL-Hauptrunde in Wolfsburg. Auch da drehte man einen 0:2-Rückstand in eine Führung. Führung? Ja genau, Die Reihe um Helewka, Nijenhuis und Ahlroth besorgte das 3:2 in der 54. Minute. Danach war es ein harter Kampf hin zur Ziellinie, doch man stellte sich cleverer an, als vor einem Jahr in Wolfsburg und brachte das Ergebnis nicht nur über die Zeit, Mister Dane Fox verpasste den Fans bereits vor der Schlusssirene mit dem Schuss zum 4:2 ins leere Tor die passenden Beruhigungstropfen. WOBei man eher sagen muss, dass die Leute steil gingen, auch weil man nach 44 Pleiten in der Vorsaison froh über jeden Sieg ist.
Fazit: Ein Sonntag, der gezeigt hat, dass Fans und Team gleichermaßen Erfolgshunger angestaut haben und so langsam in Futterlaune kommen. Es liegt immer noch viel Arbeit vor dem Team, besonders was die Konstanz und Disziplin im Spiel angeht, doch die spielerischen und läuferischen Komponenten greifen bereits recht gut. Zwei Spiele auf guten Niveau an einem Wochenende sind ein erfreulicher Entwicklungsschritt zur Vorwoche. Nun geht es mehr in die Detailarbeit und das Abrufen der Leistung gegen Gegner auf Augenhöhe. Wir freuen uns drauf und laufen so langsam heiß, wenn es um die Lust auf die neue Spielzeit geht.
Wir möchten heute, auch wenn es ein Teamerfolg war, Jan Nijenhuis, Alec Ahlroth und Ricardo Hendreschke herausheben. Sie waren heute die Forechecker des Vertrauens und haben viele Scheiben für uns gewonnen. Ihr Tempo wird uns viele Türen und vielleicht auch Tore öffnen.
Kommt alle gut in und durch die neue Woche.