Unsere Eislöwen holen sich den Overtime-Sieg in Nordhessen und gehen mit einem Erfolg in die Länderspielpause.
Dies macht den Freitagsauftritt nicht vergessen, lindert aber ohne Frage die Wut, wobei man in Sachen Einstellung abermals zwei Gesichter an einem Wochenende gezeigt hat.
Es war das defensiv beste Wochenende der Saison, dafür aber auch das offensive ertragärmste. 3:3. Über 80 Torabschlüsse für drei Treffer. Die Gegner brauchten für den gleichen Output etwa die Hälfte.
Doch fokussieren wir uns auf das heutige Spiel in Kassel. Teil 2 des Hessen-Zweiers. Es begann wie üblich mit einem recht guten Start, ein paar Chancen, dann der ersten Gegenwehr der Hausherren und dem Gegentor. Natürlich ärgerlich, dass ein Eislöwe vorab eine Kufe verlor und wir somit quasi unterzählig agierten, was Kassel Raum gab. Danach waren die Huskies näher am 2:0 als wir am Ausgleich. Es waren wilde Minuten ohne Rhythmus, da ständig Strafen verteilt wurden und kein Team mal wirklich Momentum generieren konnte. Wir hatten zwar am Ende mehr Überzahl und dadurch auch mehr Torabschlüsse, doch gefährlicher waren die Hausherren, die eine verdiente Führung in die Kabine mitnahmen.
Das Mitteldrittel brachte zunächst wenig Hoffnung, da wir uns immer wieder in Breaksituationen der Huskies manövrierten. Zum Glück ohne Folgen. Dann unser erstes Momentum, in dem wir aber alles trafen, außer das Tornetz. Kufen, Beine, Schoner, Schläger, Pfosten, allerdings nicht das Torinnere. Dann verhalf uns eine vierminütige Unterzahl zu mehr Selbstvertrauen. Gut gekillt, hatte dann Tyson Spink als Solobruder die Chance auf das 1:1, scheiterte aber an einem heute bockstarken Maurer. Dann sollte es aber später im Drittel doch noch klappen. Connor Korte gab den Screen, Ryan MacKinnon warf den Puck und Drew LeBlanc fälschte im Windschatten von Connor den Puck unhaltbar ab. 1:1. Verdient, auch weil man die Schlittenhunde minutenlang richtig müde gespielt hatte.
Im Schlussabschnitt hatten wir dann mehr Spielanteile, doch Kassel lauerte immer wieder auf Breaks. Zwar hatten wir durch die Foxreihe ein paar gute Looks, doch dann kam der erste Alleingang der Hausherren. White lief auf Berbner zu, aber Marvin sagte Nein. Auf der Gegenseite scheiterten Alec Ahlroth und Tyson Spink an Maurer. Dann spät im Spiel der nächste schwerwiegende Puckverlust. Alleingang Kassel, Part 2. Doch wieder entschärft Marvin Berbner die Situation. So wichtig, da er uns damit den Punktgewinn gerettet hat.
Kassel blieb also zum elften Mal in Serie ohne Dreier. Wir verzichteten also heute auf Aufbauhilfe für Hessen. Für uns dagegen hieß es erstmals überhaupt in dieser Hauptrunde Overtime. In der diktierten wir dann das Geschehen beinahe nach Belieben. Es brauchte aber die Initialzündung von David Suvanto, der explosiv vor das Gehäuse zog, um den Todesstoß zu setzen. Alec Ahlroth hatte dann keine Probleme mehr, den Puck zum Sieg ins Tor zu befördern. Ausgerechnet der Ex-Kassler besiegelte die geglückte Mini-Revanche nach der 3:7-Auftaktpleite zuhause.
Fazit: Die richtige Reaktion des Teams auf Freitag und auch auf das Heimspiel gegen Kassel. Die Konteranfälligkeit bleibt aber genauso eine Baustelle wie das Powerplay, welches teilweise zu statisch, einsilbig und unproduktiv ist. Über die vielen individuellen Leichtsinnsfehler hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Ohne Berbner verlieren wir heute wahrscheinlich, obwohl wir mal wieder deutlich mehr Abschlüsse als der Gegner hatten. Es war ein Spiel auf sehr gutem physischen und läuferischen Niveau mit zwei starken Goalies und dem richtigen Sieger.
Das 50. Saisontor bringt den achten Saisonsieg. Immerhin, anders als in der DEL, nicht am 47., sondern schon am 14. Spieltag. Man soll ja immer das Positive hervorheben, gelle?! Die Pause kommt zur rechten Zeit. Wunden lecken, Verletzungen auskurieren und vielleicht den Markt sondieren, oder gar zuschlagen, wenn sich etwas ergibt. Gerade im Tor braucht es mehr Alternativen zu Marvin, um den Druck rauszunehmen und für die weitere Saison gegen Ausfälle besser gewappnet zu sein.
Pause. Kopf abschalten.