Donnerstag, 13. August 2026

So nah und doch so fern ...

Das Märchen vom Aufholen!

Jahrelang lautete der Tenor, die DEL2 habe sich enorm entwickelt und in Bezug zur DEL aufgeholt. Der Abstand wäre kleiner geworden. Wir haben selbst erlebt, was für ein Märchen das letztlich ist.

Ja. Die DEL2 hat sich in den letzten fünf Jahren sehr gut entwickelt. Zur Wahrheit gehört nur auch, dass das genauso für die DEL gilt. Vor fünf Jahren wären Wechsel von Spielern wie Wilkie, den Spinks, White und Co. undenkbar gewesen. Mittlerweile kommen aber immer mehr KHL- und Low-Entry-Level-NHL-Spieler/AHL-Spieler in die DEL. Die logische Konsequenz: Mehr Qualität, mehr Aussieben. Hinzukommt, dass sich das Importmaß nicht angeglichen hat. Wir reden immer noch von einem Verhältnis von 9 zu 4 (225%). Ein Ungleichgewicht, was bis nach ganz unten strahlt. Plötzlich sind Spieler wie die Spinks nur noch mit deutschen Pass für die DEL Teams relevant, klammern wir mal die Plätze 11 bis 14 aus. 

Die besten deutschen Spieler sind förmlich dazu gezwungen, kein Risiko einzugehen und teilweise miesere Verträge anzunehmen, um nicht ohne Team dazustehen, oder zu einem Aufsteiger wechseln zu müssen. Doch der Schritt in die DEL2 ist für deutsche Spieler dann nur selten eine Option. Ähnlich verhält es sich auch zwischen DEL2 und Oberliga, wenn auch auf anderem Niveau. 

Die DEL2-Teams haben diese Diskrepanz durch unser Abschneiden hervorragend aufgezeigt bekommen. Es reicht nicht, 5 Imports hinzuzuholen und auf starke Meisterspieler zu bauen. Du musst frühzeitig DEL-Material verpflichten und Risiko eingehen,  indem du Spieler mit dem Potenzial verpflichtest, drauf hoffend, dass sie es letztlich entfalten. Obendrauf kommt das Mittel des Einbürgerns. Ist das immer und überall sauber? Nein. Standorte haben unterschiedliche Herangehensweisen und Möglichkeiten. Doch legitim ist es allemal, denn letztlich geht es ums sportliche und damit auch wirtschaftliche Überleben. 

Aktuell erleben wir die Auswirkungen. Wir sind uns wohl alle einig, dass Kassel, Düsseldorf und Dresden die besten Kader der neuen DEL2-Saison stellen. Zumindest auf dem Papier. Die Dichte an großen Namen hat massiv zugenommen. Die Topteams sind mittlerweile gezwungen, mit einem DEL-Etat aufzuwarten, um sich für einen potenziellen Aufstieg halbwegs zu rüsten. Krefeld wird es besser machen als wir, auch weil wir als mahnendes Beispiel herhalten, doch auch sie werden nicht plötzlich ein Top-8-Team in der DEL. Die Schere ist weiter auseinandergegangen und genau das ist die Krux. Denn all die Sommer-Transfercoups gaukeln uns immer wieder das Gegenteil vor. Wir feiern die Spinks, die Wilkies, die Whites, die Haiskanens und O'Donnells, aber blicken dann auf Teams wie Frankfurt oder Iserlohn und sehen, dass die DEL-Kader mindestens zehn dieser Kaliber aufweisen. Allein im letzten Monat wechselten sieben KHL-Spieler in die DEL. 

Der nächste Aufsteiger muss also jetzt bereits die DEL beobachten und abchecken, was notwendig sein wird. Frühzeitig Fühler ausstrecken, gut scouten, Reputation stärken, spannend für Topspieler wirken und wenn nicht sportlich, dann wenigstens mit Stadt, Einrichtung, Familienfreundlichkeit, Topbedingungen und guter Atmosphäre glänzen. Eine Garantie, dann DEL-Spieler unter 30 zu bekommen, ist dennoch nicht gegeben. 

Versteht uns nicht falsch. Wir haben richtig Bock auf die neue Saison und glauben, dass es eine geile Meisterschaft wird, in der es einen epischen Kampf um den Titel geben könnte. Allein das wir daran beteiligt sein dürften, ist geil. Doch sollten wir tatsächlich erneut die Glücklichen sein, beginnt erneut ein Jahr der völligen Ungewissheit. 

Aktuell umfasst unser Kader, wenn man alles mit einbezieht, potenziell max. 13 Spieler, die man mit hochnehmen könnte. Also eine halbe Mannschaft. Das ist schon positiv gerechnet und trotzdem wenig, da es neben 5 neuen Imports mindestens noch 8 deutsche Spieler mit DEL-Format braucht. Natürlich hilft uns, dass wir anders als andere erst taufrisch unsere Visitenkarte oben abgegeben haben und mit Jens Baxmann auch einen Sportdirektor haben, der gefühlt jeden DEL-Spieler kennt. Allerdings gehören zu jedem Vertragsabschluss viele Parameter. Der Spieler muss wollen, die Clubs müssen wollen, die Berater müssen wollen und der Preis muss genauso stimmen wie die Vertragslänge und dann haben wir über die sportliche Perspektive und die Rolle des Spielers noch gar nicht geredet. Wir sind daher froh, dass sich in der DEL2 überhaupt so viele Clubs bereiterklären, diese Herausforderung anzunehmen und sind stolz, dass wir dazugehören. Wir haben Blut geleckt. Wir sind heiß auf diese Challenge. 2025 war zu geil, um es nicht wieder erleben zu wollen.

Freuen wir uns also auf die Spinks, die Helewkas, die MacKinnons, die Wilkies, die O'Donnells, die Haiskanens, die Blums, die Traceys, die Schmidt-Svejstrups, die Whites, die Turnbulls (Carter) und viele mehr. Was fällt auf? Vorrangig Imports. Denn deutsche Spieler von gleichem Format wechseln nicht in die DEL2. Außer man bezeichnet Spieler wie van der Linde oder Martinovic jetzt als Topspieler.

P.S.: Noch vor einem Jahr wäre ein Wechsel von Blum zum DEL-Aufsteiger Dresden unwahrscheinlich gewesen, jetzt steht er in der DEL2 bei Landshut unter Vertrag. Die Entwicklung des Marktes ist so rasant wie der Eishockeysport selbst. 

Aufgepasst DEL. Wir haben die Ferngläser scharf gestellt. ;-)


Mittwoch, 5. August 2026

Jacob oder Jakub ...

Hauptsache Ficenec!

Wie der Vater so der Sohn. Dies trifft auf die Familie Ficenec definitiv zu. Jakub Ficenec war ein Verteidigerstar in der DEL und genießt beim ERC Ingolstadt Kultstatus als Meister von 2014. Der Sohnemann Jacob steht am Anfang seiner Profikarriere. In der letzten Spielzeit ging er in Leipzig seine ersten Schritte als Profi und avancierte direkt zum Fanliebling, besonders bei den weiblichen Fans,. Jetzt möchte er in Dresden den nächsten Schritt gehen und erhält im Rahmen seines Fördervertrags auch einer Förderlizenz für seinen alten Verein in Leipzig.

Wie sein Vater, läuft auch Jacob mit der Nummer 38 auf und ist Verteidiger. Doch anders als Papa, ist er Rechtsschütze. Ansonsten möchte er sicher gerne in die großen Fußstapfen des Vaters treten und zum Nationalspieler reifen. Ob ihm das womöglich in Dresden gelingt, werden wir beobachten. Das Talent und die Veranlagung scheint gegeben.

Wir wünschen Jacob auf jeden Fall viel Erfolg an der Elbe und heißen ihn Herzlich Willkommen. 

Samstag, 1. August 2026

Ryan + Elbe ...

oder die eierlegende Wollmilchsau für die Defensive ist gelandet!

Auch das letzte Gerücht ist nun bestätigt. 10:23 Uhr landete heute die Lufthansa-Maschine DAIZI A3202 aus Frankfurt am Main in Dresden. Mit dabei: Ryan MacKinnon. Schade, dass es keine Ryan-Air-Maschine war, aber man muss auch nicht alle Klischees bedienen.

Wichtiger ist, dass unsere Eislöwen mit Ryan MacKinnon einen Verteidiger nach Dresden lotsen konnten, der so ziemlich alle Anforderungen erfüllt, die man von einem Import-Defender erwartet. Scoring-Power, Special Teams Qualitäten, Spielgestaltung, Skating, Passspiel, Routine, Widerstandsfähigkeit, Two-Way-Game, Rechtsschütze. We have a Bingo und damit kann Baxis Herdplatte, die im Sommer ordentlich heißgelaufen ist, erst einmal etwas abkühlen. 

Ryan belegt die fünfte Importstelle, doch aktuell wird noch kein Spieler lizenziert und wir sind uns sehr sicher, dass Foxy bald den wichtigsten Pass seiner Karriere erhält. Dafür hat er viel gebüffelt, getestet und wurde mehrfach geprüft. Im Pässe-verwerten ist er ja recht talentiert als Torjäger.

Doch reden wir über MacKinnon. Wir gehen "ryan". Ha ha. Der 31-jährige Kanadier mit dem berühmten Nachnamen, der im September Geburtstag feiert, ist ein absoluter Topverteidiger für DEL2-Verhältnisse. Bis 2024 spielte sich seine Karriere vor allem auf AHL und ECHL-Niveau ab. Dann kam der Schritt über den großen Teich. In Spisska Nova Ves und Linz durfte er dann in der Rolle brillieren, die er vor allem auf Juniorenlevel zeigte. Ein Alleskönner in der Defensive mit viel offensivem und spielerischem Potenzial, der den Unterschied machen kann. In Linz stoppte ihn zwischenzeitlich leider eine Knieverletzung, doch die ist kein Thema mehr, kehrte er doch noch in Österreich fit aufs Eis zurück. 

Nun soll er in Dresden die Defensive steuern. Man darf gespannt sein, mit wem er ein Duo bilden wird. Denkbar sind einige Konstellationen. Die logischsten sind wohl Kreutzer oder Riedl. Eines ist aber ganz klar, man wird hier von ihm aufgrund der Importthematik einfach auch viel Scoring erwarten. Dies muss er neben all den anderen Skills erst einmal liefern. Wir sind aber ziemlich sicher, dass ihm das auf dem Niveau definitiv gelingen wird. 

Welcome to Dresden, Ryan. Unsere neue Nummer Vier ist endlich hier.


Donnerstag, 30. Juli 2026

To finish first - you need some "finnisch Fürst" ...

Eislöwen geben jungem Goalie-Coach eine Chance!

Mit einem finnischen Trainer macht man nie etwas falsch. Riku-Petteri Luoma ist mit 26 Jahren natürlich noch sehr jung und hat parallel sogar noch aktiv gespielt, doch der Goaliecoach hat in den letzten beiden Jahren bereits in der zweiten finnischen Liga nachgewiesen, dass er Torhüter auf Toplevel entwickeln kann. 

Genau wie in KeuPa, wird er nun auch in Dresden sowohl die Profis, als auch den Nachwuchs betreuen und zudem als Videocoach fungieren. Ein gutes Beispiel für seine Arbeit ist sicherlich die Entwicklung von Faustas Nauseda, der in KeuPa, obwohl das Team gegen den Abstieg kämpfte, 2024/2025 einer der besten Goalies der Liga war und das Team als Youngster vor dem Abstieg rettete. Aber auch der blutjunge Otto Hannikainen hat unter Luoma binnen zwei Jahren ein ganz neues Level erreicht.

Wenn Riku hier ähnliche Erfolge erzielen kann, wird der Standort erheblich von ihm als fest installiertem Coach profitieren, der insgesamt auch sehr gut zum jungen und modernen Spirit im Coaching Team passen dürfte.

Wir wünschen Riku einen guten Start und viel Erfolg. Auf gehts.

Mittwoch, 29. Juli 2026

Der Neue im Haus ...

Jan Nijenhuis kehrt zu Bo zurück!

Bo Subr ist ein Menschenfänger. Seine Spieler wollen immer wieder mit ihm arbeiten. Jüngstes Beispiel: Jan Nijenhuis (nijen=neu, huis=Haus).

Der 24-jährige gebürtige Münchner mit niederländischen Wurzeln und doppelter Staatsbürgerschaft hatte unter Bo seine bislang beste DEL2-Spielzeit. Uns ist er noch bestens aus der Finalserie 2025 gegen Ravensburg in Erinnerung. 

Ein schneller agiler Spieler mit starker Arbeitsmoral, Offensivdrang, Power, Willen und taktischer Cleverness. Kurzum ein Musterschüler für Trainer und mit 24 noch lange nicht am Zenit angelangt.

Jan hat bereits sein Potenzial für mehr als nur DEL2 angedeutet (über 200 DEL-Einsätze für Wolfsburg, Berlin und Ingolstadt), muss aber wieder zu mehr Konstanz zurückfinden und vor allem verletzungsfrei bleiben, um die nächste Ausbaustufe zu zünden. Gelingt ihm das, werden wir viel Freude an ihm haben. 

Der ehemalige Juniorennationalspieler, der auch schon ein paar Länderspiele für die A-Nationalmannschaft absolvierte und dabei sogar zwei Tore bejubelte, kann mehr als ein Rollenspieler sein, füllt aber grundsätzlich jede Rolle aus, die man von ihm verlangt. Wie Sykora ist er Rechtsschütze und daher ein wichtiger Faktor im Two Way Game. Auf geht's, Jan.

Herzlich Willkommen an der Elbe. 

Donnerstag, 23. Juli 2026

Sykora oh no?

Manchmal lohnt ein zweiter Blick!

Wer einfach nur die letzte Saison zugrundelegt, findet natürlich wenig Argumente für eine Verlängerung von Tomas Sykora. Doch ist die DEL wirklich der richtige Prüfstand, auf den wir einen DEL2-Spieler stellen sollten?

Tomas Sykora hatte keine Rolle in der letzten Saison. Das lag aber auch daran, dass unser Team bereits überwiegend aus Spielern bestand, die jeweils ein Level über ihrer eigentlichen Kategorie performen mussten. 

Sollten wir nochmal hochgehen, wird Syki wohl kaum wieder mitgehen, aber für die DEL2 bringt er immer noch einiges an Mehrwert mit. Gehen wir rein.

Ja, Tomas ist mit 36 nicht mehr der Jüngste, aber er war und ist, das vergessen einige, ein sehr verlässlicher Rollenspieler für die zweite Liga. Er ist superfit, ein harter Arbeiter, ein robuster Zweikämpfer mit eindrucksvollem Körperspiel, ist in der DEL2 zudem selbst in Reihe 3 oder 4 für 15 Tore gut (in der Meistersaison waren es 17 inkl. einem ganz wichtigen!). Auch das er ein Rechtsschütze ist, schadet nicht. Davon haben wir aktuell im Angriff nur drei. Zudem ist er ein guter Charakter und sicher eine gute Option, die weder überteuert noch meckerhaft daherkommt.

Gehen wir davon aus, das Tomas gesetzt sein wird? Nein. Aber in einer hoffentlich langen Saison wird er ein wichtiger und verlässlicher Helfer sein. Auch um anderen Pausen zu gönnen und den Kader frischzuhalten. Denn eines ist klar: unter Bo Subr wird schnell und intensiv gespielt. Das kostet Körner. 

Aktuell haben wir ein Überangebot an Ü-Spielern (16), welches durch die wahrscheinlichen Zugänge von MacKinnon und Nijenhuis noch zusätzlich anwächst. Aber in der DEL2 hat man halt auch kein beschränktes Kaderkontingent und kann sich für eine lange Saison mit Playoffs bestmöglich wappnen. Mit Tomas tut man das und macht daher grundsätzlich nichts falsch. Breit aufstellen schadet nie. Er wird uns zwar nicht nochmal zum Titel schießen, aber dennoch wieder seinen Anteil haben, auch wenn es vielleicht "nur" der Siegtreffer im Sonderzugspiel in Memmingen ist. 

Auf gehts, Syki!