Dienstag, 10. November 2020

Eislöwen verlieren Spiel mit Geschmäckle...

Erst Momentum verspielt - dann gekickt worden!

Wenn man sich am Ende eines guten Spiels ärgert, hat man sich wohl selbst geschlagen. Doch der Reihe nach.

Wir haben ein paar Minuten gebraucht, um in den Flow zu kommen, doch dann war es defensiv, im Zweikampfverhalten und auch nach vorn bei 5 gegen 5 sehr solide, was die Mannschaft auf das Favoriteneis brachte. Besonders die Ruhe in den Aktionen war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Sobald wir aber in Überzahl spielen durften und das war sehr häufig der Fall, war die Ruhe plötzlich weg. Hektik, zu komplizierte Pässe, zu viel Stückwerk und wenig Kombinationen.

Dennoch gelang im Powerplay die Führung, da das kongeniale Duo Knackstedt/Huard wieder einmal zuschlug. Danach haben wir eine dicke Chance zum 0:2, die Knacki leider vergibt oder Brenner stark pariert und dann ist es ausgerechnet ein erfahrener Mann, der bildlich gesprochen den Müllsack anritzt. Statt mit der Scheibe in Unterzahl tief zu gehen und Zeit von der Uhr zu nehmen, kommt ein unnötiger Passversuch, der Puckverlust und ein noch unnötigeres Foul. Die anschließende doppelte Überzahl verwerten die Gastgeber clever und sind plötzlich im Spiel, in dem man bis dahin nie das Gefühl hatte, es würde ihnen schmecken.

Auch im Schlussabschnitt standen die Chancen, Zählbares mitzunehmen, noch gut, doch das Fehlerlevel schnellte von Minute zu Minute nach oben und eine Einzelaktion von Stretch zog das Momentum komplett auf Steelers-Seite. 

Was danach folgte, möchten wir nicht ausführlich behandeln, da unsere Meinung dazu vielleicht zu subjektiv, aber dem Regelwerk folgend klar ist. Wer Tore per aktiver Bewegung mit dem Schlittschuh erzielt, sollte nicht auf dem Scoreboard erscheinen. Sei es drum, auch wenn es durchaus einen gehörigen Unterschied in der Ausrichtung macht, ob ich in den letzten sieben Minuten zwei oder nur ein Tor benötige, um auszugleichen. Das vierte Tor der Bietigheimer dann zu vernachlässigen, da der Frustpegel auf Dresdner Seite ohnehin schon auf Höhe der Halsschlagader hämmerte. Da muss dann sicher auch der Kapitän noch lernen, cooler zu agieren, doch spielentscheidend war vor allem, dass wir offensiv und da eben in allererster Linie in Überzahl zu wenig aus unseren potenziellen Möglichkeiten gemacht haben.

So steht am Ende eine 4:1 Niederlage, bei der aber keiner um die Ecke kommen braucht, um wieder über die Defensive zu reden. Die wird von Spiel zu Spiel klar ersichtlich besser. Offensiv fehlt zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison aber leider noch zu oft die Konstanz und man vergisst nicht gerade selten, den Abschluss statt den Nebenmann zu suchen.

Fazit: Ein weiteres, letztlich lehrreiches Spiel, was aber auch abermals offenbart hat, dass dieses Team genug Potenzial besitzt, um den direkten Klassenerhalt zu schaffen. Die Problemzone ist das offensive Drittel und das Powerplay, auch wenn sich die reine Statistik gar nicht so schlecht liest. Mit nur einem Tor wird man jedoch auf Dauer auswärts wenig Ernte einfahren. Heute wäre mit mehr Power und Zielstrebigkeit im Angriff ein Dreier absolut drin gewesen. 

Schade. Schlussstrich. Weitermachen.

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