Das erste Sachsen-Geisterderby ist Geschichte und wir haben es tatsächlich gewonnen. Natürlich war nicht plötzlich alles Gold, was glänzte, doch das Team zeigte, auch ohne die Fans in der Halle, dass das Ergebnis vom Freitag nicht dem eigenen Anspruch genügte.
Zwar begann die Begegnung in gespenstiger Atmosphäre denkbar schlecht, nämlich mit der kalten Dusche durch die Gäste, nachdem man sich in der Situation defensiv schlicht zu passiv verhielt. Doch mit einem sehenswerten Konter bei eigener Überzahl, den Vlad Filin nach schönem Pass von Kapitän Jordan Knackstedt in unnachahmlicher Manier vollendete, konnten die Hausherren schnell ausgleichen und fortan Sicherheit im Spiel gewinnen. Kurz vor der Drittelpause trat dann Neuzugang Evan Trupp erstmals so richtig in Erscheinung und traf sehenswert zur Pausenführung. Ein Sahnetor, aus der Not geboren. Oder wie er es formulierte: "Ich hatte einen Blackout und wenig Platz, da hatte ich keine andere Möglichkeit, den Puck reinzumachen."
Im zweiten Drittel vergab man dann einige Chancen, auch der von Minute zu Minute besser werdende Evan Trupp, die Führung auszubauen, kassierte stattdessen den Ausgleich, fand aber erneut zum Drittelende die passende Antwort. Das schnelle Passspiel von Filin, Knackstedt und Huard überforderte die Füchse-Defensive, die beim Abschluss dann sogar noch freundlich mithalf und den erneuten Rückstand hinnehmen musste.
Da aber unsere Jungs einige dicke Breakchancen liegenließen, sollte sich selbiges dann im Schlussabschnitt rächen. So will es schließlich das Gesetz. Statt mit einer beruhigenden Führung das Spiel aus der geordneten Defensive heraus verwalten zu können, geriet man nun unter Dauerdruck der Gäste, die nicht nur verdient zum Ausgleich kamen, sondern auch gleich noch in Führung gingen. Es wäre aber des Bösen zu viel gewesen, hätten unsere Jungs nicht postwendend mit einem weiteren Zuckertor der starken Trupp-Reihe geantwortet.
So musste die Overtime die Entscheidung bringen und da half dann Giftzwerg Brad Ross dankenswerterweise mit, indem er sich zu einer weiteren Undiszipliniertheit hinreißen ließ, die die Eislöwen in Person von Alexander Dotzler mit dem satten Sieghammer bestraften. Derbysieger!
Fazit: Es war das erwartete Spiel, in dem die Disziplin entscheiden würde. Zwei Drittel machten es unsere Jungs richtig gut, waren stabil und teilweise cleverer im Zweikampf als die Feinstaubviertler, setzten viele Nadelstiche, vergaben aber leider zu viele Eins auf Eins Situationen. Im Schlussdrittel ließ man sich dann von der überreizten Gangart der Füchse doch noch anstecken und spielte den Tollwütigen damit natürlich in die Karten. Der Rest war dann eine Frage des Willens, den das Team zweifellos bewiesen hat.
Richtig gut war heute die Stockarbeit der Mannschaft. Immer wieder brachte man wichtige Schläger zwischen Tor und Gegner. Zudem agierte man zwar hart, aber überwiegend legal. Auch wenn die Fans fehlten, boten beide Teams ein rassiges Duell mit viel Reizüberflutung. Dass vor allem unsere unerfahrenen Spieler nicht auf die Avancen von Ross, Dietz und Co. ansprangen, ist ebenfalls zu loben.
Es gibt natürlich weiterhin die bekannten Baustellen, die heute letztlich dafür gesorgt haben, dass wir "nur" zwei Zähler anschreiben konnten, doch am Ende zählt in einem Derby immer nur eins: Der Sieg. Als Garnierung hat das Team eine klare Steigerung gezeigt.
Erstmals seit 2017 gelingt uns also wieder ein Sieg am Auftaktwochenende, dazu noch ein Derbysieg und somit haben wir genauso viele Punkte auf dem Konto wie nach vier Spieltagen der letzten Saison. Wie konnte das denn passieren, wo doch der Kader deutlich an Qualität eingebüßt hat?
Nun, sollen sich doch unsere berühmten Couch-Experten mit dieser Frage befassen und die Haare in der Sonntags-Suppe suchen. Wir freuen uns heute lieber über einen gelungenen Eishockeytag, den ersten Saisonsieg, den Derbysieg und den zählertechnisch besten Saisonstart der letzten drei Jahre.
Gute Nacht ihr Derbysieger.
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