Das die Routiniers Toni Ritter und Kevin Lavallée längerfristig an der Elbe spielen würden, galt im Februar als sicher. Bei beiden köchelten Gerüchte über bestehende Verträge, doch dann kam Corona und alles wurde hinterfragt. Der heute bekanntgegebene Verbleib beider Spieler am Standort ist daher mehr, als nur eine simple Vertragsbestätigung. Es ist ein echtes Bekenntnis zum Club, zum Standort und den Fans. Beide Spieler verzichten bereitwillig auf Gehalt und setzen damit ein klares Zeichen der Solidarität in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Es ist zudem klasse, dass man dies als Club auch so klar publiziert und nicht als selbstverständlich unter dem Radar (f)liegen lässt.
Sowohl Lavallée, als auch Ritter kamen letzten Sommer mit Vorschusslorbeeren, doch zündeten zugegeben erst spät. Das Ritter ausgerechnet unter Rossi aufblühte, wird einige hessische Rossi-Hasser zwar in einen chronischen Würfelhusten treiben, doch der Flügelstürmer wurde von Spiel zu Spiel wichtiger für das Team, überzeugte zudem auch als Scorer und lieferte letztlich seine punktbeste Karrieresaison ab (54 Spiele, 40 Punkte). Bei allen Torbeteiligungen war es vor allem sein unermüdlicher Einsatz, der ihn zum wichtigen Rollenspieler im Team werden ließ. Wie Hanusch identifiziert sich auch Ritter als Lausitzer mit dem Sachsenland sowie den Dresdner Eislöwen und möchte auch in der nächsten Saison zum Erfolg beitragen.
Oldie Lavallée brauchte aus anderen Gründen etwas länger, um an der Elbe anzukommen. Es ist mitunter nicht leicht, als Ex-DELer seine Rolle im Team und der Liga zu finden und womöglich auch zu akzeptieren, dass man nicht plötzlich einen Sonderstatus einnimmt, sondern auch in der DEL2 die angedachten Aufgaben zu erfüllen hat. Mit zunehmender Spielzeit fand der 38-jährige Verteidiger aber immer besser ins Spiel, agierte zunehmend klarer, füllte seine Rolle aus und konnte wie fast alle auch offensiv Akzente setzen, was allerdings auch an der Ausrichtung des Teams lag. Dennoch sorgte er in der zweiten Saisonhälfte vor allem auch defensiv für mehr Stabilität und wird in einer defensiver orientierten Mannschaft qualitativ noch besser zum Tragen kommen. Der Deutsch-Kanadier geht in seine 20. Profisaison und wird auch als wichtiger Leader einer ansonsten jungen Defensive gefragt sein.
Letztlich war der deutliche Formanstieg des Teams in der zweiten Saisonhälfte auch mit der persönlichen Formverbesserung von Ritter und Lavallée verbunden.
Beide Spieler tragen nicht nur die Prämisse, als Team im Sommer stärker an der Fitness zu arbeiten, mit, sie setzen mit ihrem Gehaltsverzicht und den damit verbundenen, offenen sowie ganz und gar nicht leeren Worten auch ein Signal an die Fans und Teamkollegen. Respekt! Großer Sport, den wir hoffentlich dann auch in einer stattfindenden neuen Saison von beiden auf dem Eis sehen werden.
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