Montag, 22. Juni 2020

Dresdner Talentshow: Folge 5 & 6...

Eislöwen präsentieren möglichen Walther-Nachfolger und Mini-Rupprich!

Ein weiteres Gerücht hat sich bestätigt. Anfang Juni berichteten wir von Erik Betzold, nun ist er offiziell ein Eislöwe und bringt gleich noch Louis Trattner mit. Die beiden Stürmer waren zuletzt in Diensten der Wölfe Freiburg aktiv und bedienen ganz unterschiedliche Spielertypen.

Der 20-jährige Erik Betzold könnte auf lange Sicht Timo Walther ersetzen. Er absolvierte in der vergangenen Saison sein erstes Profijahr und zeigte dabei eine gute Entwicklung. Betzold verfügt über ein hohes läuferisches und spielerisches Niveau, deutete bereits seine Scorerqualitäten an und ist sicher mehr, als ein Mann für die 4. Reihe. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler ist weiter als beispielsweise Niklas Jentsch und in gewisser Weise prädestiniert als Walther-Nachfolger, wenngleich Betzold weniger körperbetont agiert und eher als filigraner Spieler gilt.

Dagegen kommt der zwei Jahre ältere Louis Trattner umso lieber über das Körperspiel. Er stammt wie Betzold ursprünglich aus dem Kasseler Nachwuchs und ist Rico Rossi ebenso gut bekannt wie der Thüringer Betzold, den unser Coach bereits zu DNL-Zeiten beobachtet hat.

Trattner könnte man als eine Art Mini-Rupprich bezeichnen, bringt er doch ähnliche Veranlagungen mit. Er ist robust, zweikampfstark und ein eher defensiv ausgerichteter Stürmer, der aber dennoch auch scoren kann. Anders als Betzold, hatte Trattner den beschwerlicheren Weg in die DEL2 zu bestreiten und sammelte zunächst einige Jahre in der Oberliga (Hannover, Braunlage, Lindau) Erfahrung, bevor er letzte Saison im Breisgau auch erstmals DEL2-Luft schnuppern durfte.

Beide wollen nun an der Elbe den nächsten Entwicklungsschritt machen und sehen in Dresden die besten Voraussetzungen dafür.

Mit Betzold und Trattner wächst die Anzahl an U-Spielern im Kader bereits auf 6 an und es dürften noch einige hinzukommen, wenn man bedenkt, dass aufgrund der Kooperation mit Düsseldorf wohl mindestens auch 2 Förderlizenzspieler dauerhaft für Dresden auflaufen werden. Zudem gelten Goalie Nick Jordan Vieregge sowie Stürmer Tom Knobloch als sichere Kandidaten für einen Verbleib an der Elbe. Somit würden, wie übrigens auch schon letzte Saison, mindestens 10 Spieler unter 24 Jahren zum Team gehören. Somit lässt die Zahl der Talente noch keine Rückschlüsse auf den Gesamtkader und das Budget zu. Schließlich verzichten auch einige Spieler auf Gehalt und die Qualität der Talente ist höher als zuvor.

Umso wichtiger wird es aber auch wieder sein, erfahrene Spieler mit Führungsqualitäten in der Kabine und auf dem Eis zu haben. Neben Lavallée, Ritter und Hanusch könnte auch weiterhin Alexander Dotzler diese Rolle einnehmen. Wie bei Lavallée gilt auch bei Dotzler als sicher, dass er bei seinem Wechsel zu uns in die DEL2 einen langfristigen Vertrag unterschrieben hat und wohl auch bereit ist, diesen zu den vom Club angebotenen Konditionen zu erfüllen. Dotzler entwickelte sich während der letzten Saison vom emotional aufmüpfigen Aggro-Spieler hin zu einem der wichtigsten Defensivakteure im Team und bildete mit Steve Hanusch letztlich ein starkes und harmonisches Duo mit viel Offensivpower.

Dagegen deutet sich bei anderen Routiniers der Abschied an. Trotz wohl bestehenden Vertrages stehen die Zeichen bei Kapitän Thomas Pielmeier auch aufgrund der finanziellen Auswirkungen der Coronakrise ebenso auf Abschied wie bei Verteidiger René Kramer, der in den letzten Spielzeiten zu oft die gerade von Topspielern dringend benötigte Konstanz vermissen ließ und zudem bekanntlich in der Rückwärtsbewegung äußerst anfällig ist. Auch wenn Steven Rupprich beinah zum Inventar der Eislöwen gehört, ist bei ihm derzeit, zumindest für uns, keine Tendenz auszumachen, ob er die Chance bekommt, Rekordspieler an der Elbe zu werden. Dies hängt sicher auch von den möglichen Alternativen und dem finanziellen Rahmen ab.

Derzeit geistern mit Christian Neuert und Dennis Swinnen ja zwei Namen durch die Gerüchteküche, die unterschiedliche Rollen bedienen. Swinnen, mittlerweile 26, galt als großes Sturmtalent mit Torriecher, den er aber seit seinem Schritt in die DEL verloren zu haben scheint und zuletzt in Bietigheim nicht wiederfinden konnte, mitunter auch weil er oftmals nicht in den Scoring Lines zum Einsatz kam. Daher wäre seine Verpflichtung sicher ein bezahlbarer wie mutiger Versuch, einen guten Spieler wieder aufzuwecken. Neuert ist dagegen der typische Zwei-Wege-Spieler, gut im Checking, defensiv solide, flexibel in den Positionen, aber im Vergleich zu Pielmeier eher kein Mann für viele Tore und Offensiven Output. Jedoch hat Neuert zuletzt auch selten in einer stabilen und konstanten Formation agieren dürfen. Inwiefern diese Gerüchte glaubhaft sind, ist im Fake-News-Zeitalter, in dem jeder sein eigener Pressesprecher ist, schwer zu beurteilen. Dennis Swinnen ist unserer Meinung nach das glaubhafteste Gerücht des aktuell umherschwebenden Ex-Fuchs-Trios um Swinnen, Neuert und Hayes. Man könnte aus dem Trio mit dem Namen Svoboda auch ein Quartett machen, doch gibt es dieses Gerücht schlicht nicht.

Kommen wir also zurück zu den heutigen Hauptakteuren Louis Trattner und Erik Betzold. Beide Stürmer erhalten Saisonverträge und könnten optional mit einer Förderlizenz ausgestattet werden. Betzold wird auch in DD mit seiner geliebten, wenn auch stürmeruntypischen Nummer 2 auflaufen, während Louis Trattner an der Elbe natürlich auf seine 7 verzichten muss, somit auf sein Geburtsjahr ausweichen und die 98 tragen wird.

Beide sind qualitativ ein Zugewinn und ein Zeichen dafür, dass man als Club nicht nur darauf achtet, auf Nachwuchs zu setzen, sondern diesen auch sofort einsetzen zu wollen, was nun mal ein gewisses Spielniveau erforderlich macht. Jetzt dadurch zu vermuten, der eigene Nachwuchs bekäme keine Chance, ist Quatsch. Mit Flade, Uplegger und Vieregge werden ziemlich sicher mindestens drei eigene DNL- bzw. Ex-DNL-Spieler zum Stammkader zählen und andere, wie z.B. Rausendorf, langfristig auf die DEL2 vorbereitet. Doch man muss sich im Klaren darüber sein, dass nicht jeder Jahrgang zwingend Talente liefern wird, die gut genug für die Profimannschaft sind. Auch wenn es jetzt hart klingen mag, aber wer Betzold bekommen kann, holt ihn, statt beispielsweise auf Jentsch zu setzen. Solange unser DNL-Team nicht in der höchsten Top-Division agiert, wird man immer wieder auch gezwungen sein, auf externe Talente zurückgreifen zu müssen, die auf noch höherem Niveau ausgebildet werden konnten und daher qualitativ eher in der Lage sind, den direkten Sprung in die DEL2 zu schaffen und nicht nur die Bank zu drücken.

Wir heißen daher beide in der schönsten Stadt der Welt willkommen und wünschen viel Erfolg für die neue Eiszeit.

Kaderstand (9/22)

Tor:
-

Verteidigung:
#4 Hanusch
#20 Lavallée
#24 Heiß
#58 Flade
#77 Uplegger

Sturm:
#2 Betzold
#12 Kiss
#17 Ritter
#98 Trattner

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