Am Ende war es ein weiteres dieser unvollendeten Heimspiele, wenn auch in einem anderen Rahmen. Wir haben den ersten Punkt gegen Berlin geholt, einen neuen Eislöwen-Zuschauerrekord (32.248) aufgestellt, wenn auch unter Mithilfe der Eisbärenfans, die das Stimmungsduell letztlich auch erwartet klar gewannen, da sie einfach über mehr Routine und Masse in der Fangemeinde verfügen und solche Mengen besser zu koordinieren wissen. Wir stehen nach der Schlusssirene gefühlt mit einem oder gar zwei Punkten zu wenig da.
Outdoorbedingungen verändern das Spiel. Das kam uns entgegen. Hartes Eis, daher härtere Sprünge der Scheibe und etwas unkontrollierbareres Passspiel. Berlin hatte zwar mehr Spielanteile, aber Dresden setzte starke Nadelstiche und kam direkter zu Abschlüssen als die Gäste von der Spree. Zudem konnten sich unsere Eislöwen auf einen starken Janick Schwendener verlassen, der mit dem Start auch für seine Geduld und Leidensfähigkeit am Standort belohnt wurde.
Im Mittelabschnitt kam dann Würze ins Spiel. Beide Teams nahmen mehr Fahrt auf, fanden sich mit den Bedingungen besser zurecht und hoben das Level an. Es war dann ausgerechnet der bislang torlose Tomas Andres, der mit seinem ersten DEL-Treffer die Partie eröffnete. Fast schon kitschig. Doch Berlin antwortete. Zwar machte es Dresden clever, verteidigte die gefährliche Zone stark, doch einmal kamen die Eisbären dann doch durch und Goalgetter Liam Kirk, der eine Lauf hat, staubte sehenswert aus der Luft ab. 1:1.
Im dritten Drittel drückte dann bis zum Seitenwechsel ausschließlich Berlin. Dresden aber verteidigte weiterhin stabil. Nach dem üblichen Outdoorseitenwechsel zur 50. Minute kamen auch die Eislöwen noch einmal zu einer Drangphase und nutzten diese eiskalt zum 2:1. Rourke Chartier mit toller Vorarbeit und McCrea knallte den Puck zur umjubelten Führung ins Netz. Die Stimmung nun auf Dresdner Seite top, die Sensation schien greifbar und wäre nach dem Spielverlauf nicht einmal unverdient gewesen, doch die Eisbären hatten halt die individuelle Klasse von Kirk und Ronning, der in der 59. Minute per Rebound doch noch ausgleichen konnte, als die Berliner einmal mit Tempo durchkamen. Bitter, wenn auch nicht unverdient.
In der Overtime dauerte es dann keine 15 Sekunden, bis der überragende Liam Kirk das Spiel für Berlin entschied.
Fazit: Ein starker Auftritt unserer Eislöwen, der mit Abstand beste gegen Berlin in dieser Saison, doch am Ende belohnte man sich wie so oft in dieser Spielzeit nicht für den Aufwand. Schade und doch hat man zumindest für einen würdigen Rahmen im Spiel gesorgt.
Letztlich haben die drei Unterzahlen auch etwas zu viel Kraft gekostet und Berlin hatte die individuelle Klasse zweier Ausnahmespieler, die am Ende den Unterschied machen sollte.
Man darf allerdings durchaus Stolz auf die Leistung der Eislöwen sein, die sich mehr als teuer verkauft haben. Ein überaus verdienter Punkt. Ob er etwas wert ist, wird man am 52. Spieltag sehen. Heute Abend wird die Tabelle bereinigt sein und wir haben ein klares Bild. Ein Sieg hätte natürlich eine ganz andere Wucht freigesetzt. Schade drum.
Wir gehen mit mindestens 12 Zählern Rückstand ins letzte Saisonviertel. 13 Spiele bis zum Abschied. Wenn wir uns jetzt wöchentlich so teuer verkaufen, sind wir absolut fein damit, auch wenn es gestern schon sehr weh tat, so zu verlieren. Weiter geht es, erhobenen Hauptes.
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