Das Adjektiv "unnötig" erlebt in dieser Vorbereitung eine deftige Inflation. Auch das Heimderby gegen Crimmitschau geht mit 5:6 verloren, obwohl man dies mit konsequenterer Ordnung im neuen System durchaus hätte vermeiden können.
Doch es schien, als wollte das Team letztmalig vor Fans (immerhin fast 900 waren da) unbedingt ein offensives Feuerwerk zünden, statt die zuletzt geübte defensive Ordnung weiter zu verfeinern. So erlebten die Zuschauer ein torreiches Spiel mit vielen individuellen Fehlern auf beiden Seiten und am Ende einen glücklichen Sieger, der die besseren Special Teams aufs Eis brachte und am Ende von der etwas höheren individuellen Form der Scoring Lines profitierte.
Egal ob Schlummereinlagen nach eigenen Toren, das verpasste Rausrücken auf den Blueliner, ein Wackler im Tor oder zwei vermeidbare Strafen in einer ansonsten disziplinierten Vorstellung, es waren stets individuelle Böcke, die die "Scheibe-Tief-Bomber" aus Westsachsen letztlich auf die Siegerspur hievten, wenngleich diese ebenso viele Unzulänglichkeiten in ihrem Spiel präsentierten und vor allem von der Qualität einzelner Akteure lebten.
Zusammengefasst war es zu viel Hockey aus der letzten Saison und zu wenig neuer Stil. Zu oft ließ man sich in der neutralen Zone überlaufen. Da wurden Erinnerungen wach. Lediglich das zweite Drittel wirkte wie Eislöwen-Hockey 20/21 und war dann auch vielversprechend. So vielversprechend wie Knobloch, Betzold oder Heiß, die für uns bereits jetzt die Gewinner der Vorbereitung sind.
Klammert man den heutigen Bock von Helenius beim vierten Tor aus, waren auch die Goalie-Leistungen bislang sehr solide und lassen hoffen. Die Ordnung hingegen braucht noch Zeit und Routine. Gleiches gilt für das Überzahlspiel, welches aber mit Hanusch und Dotzler im Spielrhythmus automatisch an Zielstrebigkeit gewinnen wird. Im Penalty-Killing hat man heute etwas zu offensiv verlagert und zudem Scheibenpech gehabt. Es bleibt weiterhin ordentlich Luft nach oben.
Freunde des filigranen Eishockeyspiels hätten heute dennoch allein schon aufgrund der Eiszeiten von Dennis Swinnen, Erik Betzold und Elvijs Biezais Genusssteuer in Form von Fuffis in den Club schmeißen müssen. Die Burschen sind einfach eine Augenweide.
Ansonsten bleibt festzuhalten, dass vor allem der designierte Captain noch nicht richtig in Schwung kommt und heute zudem seinen Lieblingskollegen schmerzlich vermisst hat. Doch das wird schon noch.
Schaut man auf die nackten Ergebnisse, gibt es natürlich wenig Grund für Selbstvertrauen, aber betrachtet man die einzelnen Segmente, Spielphasen und Entwicklungen, ist ein positiver Start am ersten Wochenende nicht so utopisch, wie manch einer zu glauben scheint.
Sonntag Bayreuth und dann geht es scharf. Auf geht's Jungs.
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