Fast sieben Monate ist es her, da bestritten die Eislöwen letztmalig ein Eishockeyspiel. Damals bekam der EC Bad Nauheim in den DEL2-Preplayoffs einen Achterpack eingeschenkt und so gesehen bewies heute die schnelle Einsprungtruppe von der Zugspitze als Oberligist immerhin Augenhöhe mit den Hessen, doch dazu kommen wir später.
Der Restart von Eishockey vor Fans wurde in Dresden nämlich bereits vorher eingeläutet, als München gegen aufopferungsvoll kämpfende Füchse vor gut 1.100 gut unterhaltenen Zuschauern die Muskeln spielen und den Lausitzern beim lockeren 9:2 letztlich nie wirklich eine echte Chance ließ.
Positiv zu erwähnen, dass heute die überwiegende Mehrheit der Fans das Hygienekonzept mitgetragen hat. Umso trauriger, dass es einige andere aber für nötig hielten, einen selbst erfundenen Sonderstatus genießen zu müssen und damit nicht nur allen anderen ob ihres Verhaltens den Mittelfinger zu zeigen, sondern zugleich auch dass ganze Konzept und folglich eine mögliche Saison zu gefährden. Man sollte sich der Tragweite seiner Handlungen schon bewusst sein. Bleibt zuhause, wenn ihr Hausrecht und Hausordnung nicht akzeptieren könnt. Damit ist dazu von unserer Seite alles gesagt.
Kommen wir also zurück zum angenehmen Teil, dem Abendspiel unserer Eislöwen. Im März hieß es 8:3 gegen Bad Nauheim, nun 8:1 gegen den SC Riessersee.
Sicherlich keine echte Standortbestimmung, da die Begleitumstände letztendlich zu speziell waren, reisten die Garmischer doch ganz kurzfristig an und erhielten dank Trattner, Kiss sowie ausgerechnet auch dem Ex-Garmischer Heiß, der sicher lieber sein Eislöwendebüt gegen den Heimatclub aus Riessersee gefeiert hätte, unter anderem auch dreifache Eislöwenunterstützung für den sehr schmalen 13er-Kader.
Und dennoch war es ein guter und ernsthafter Test, in welchem unsere Jungs eine durchaus seriöse Vorstellung boten.
Vlad Filin spielte, als wäre er nie weg gewesen, Christian Neuert überzeugte direkt als Ankurbler und das Duo Knacki/Stumpy groovte sich wie erwartet mit Speedy Dennis Swinnen ein. Doch herausheben wollen wir vor allem Tommy Garlic und Erik Betzold. Da wollen zwei junge Burschen höhere Ansprüche anmelden. Gut so. Weiter so.
Defensiv agierte das Team durchaus solide, spielte immer mit Absicherung durch den jeweils schnelleren Verteidiger und beide Goalies hielten, was zu halten war, wenngleich Riku Helenius seinen Fanghandeinsatz abermals so gut wie möglich vermied. Das Vieregge den Gegentreffer fressen musste, lediglich eine Randnotiz, denn auch er zeigte sich während seiner Einsatzzeit stabil. Man hat bei ihm nie das Gefühl, es stünde ein 17-jähriger Junior zwischen den Stangen.
Das es am Ende auf der anderen Seite nicht zweistellig wurde, lag an der traditionell schwachen Effizienz im Abschluss und an einem recht unkoordinierten wie wenig produktiven Überzahlspiel, welches aber im Basistraining auch bislang kaum trainiert wurde. Zudem musste man nicht nur reihentechnisch den Ausfall von Dotzler, sowie das Fehlen der "Fremdgehfraktion" Trattner/Kiss/Heiß kaschieren, sondern auch noch die verletzungsbedingten Krankenhausbesuche von Toni Ritter (Verletzung am Auge) und Steve Hanusch (leidet nach dem Haar- nun wohl auch unter Zahnverlust) hinnehmen. Beide sind für Morgen fraglich, aber soweit ok.
Die misslungene Zweistelligkeit hatte übrigens letztlich auch etwas Gutes, blieb dadurch doch dem kurzfristigen Eisbären-Ersatz eine bittere Demütigung erspart. Wir sagen jedenfalls noch einmal Danke an den SCR und gratulieren unseren Jungs zum Finaleinzug beim Heimturnier.
Nachdem sich Ruppi und auch der Taktikarm aka RK36 in die Torschützenliste eintragen konnten, haben wir übrigens mal kurz beim Eishockeygott durchgeklingelt. Nein. Es war laut selbigem angeblich nicht Ostern und Weihnachten zugleich, sondern nur ein gesetzlicher Feiertag. Nun, wir nehmen das mal so zur Kenntnis und freuen uns auf viele weitere Feiertage. Vielleicht ja schon heute, steht für uns doch nun der köstliche Sonntagsbraten mit dem Finale gegen die Roten Bullen aus München auf der Speisekarte.
Schmecken lassen...
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