Samstag, 30. Mai 2020

Import(ant) Player...

Stumpy's Wandel auf legendären Spuren!

In der Nachwendezeit wurde jedes Eishockey-Jahrzehnt in Dresden durch einen Spieler geprägt, der mittlerweile Legendenstatus besitzt. In den 90ern war es Susi (René Kraske), in den 00ern Siggi (Petr Sikora) und die 10er waren passenderweise bestimmt durch Sami (Kaartinen), der sicher ohne seine Handverletzung noch länger hätte wirken können. Seither sucht man aber irgendwie vergeblich nach einem Spieler, der in die Fußstapfen treten könnte. Obwohl, so ganz stimmt das nicht.

Heimlich, still und leise entwickelte sich ein kleiner, sympathischer Kanadier vom angeblichen Fehleinkauf zu einem der herausragenden Stürmer der DEL2. Die Rede ist von Nick(las) Huard. Stumpy, so sein Spitzname, der so viel bedeutet wie "Stummelchen" oder "kurzes Dickerchen", könnte eine Ära an der Elbe prägen und wenn er seinen vorliegenden Vertrag unterschreibt, bereits in seine vierte Spielzeit in Dresden gehen. Leider ist die Zukunft der Imports nicht zuletzt aufgrund der Corona-Krise so ungewiss wie selten zuvor. Die Jungs wägen ab, ob sie in der Heimat bleiben oder nach Europa zurückkehren. Dabei spielen neben finanziellen vor allem auch die familiären Aspekte und die ungewissen Reisemodalitäten eine große Rolle. Gut möglich also, dass man sich wieder an neue Gesichter gewöhnen muss.

Geht es nach den Clubverantwortlichen und der Mehrheit der Fans, soll unsere Nummer 40 aber auch die nächsten Jahre in der sächsischen Landeshauptstadt spielen. Nicht nur seine gute Torquote und hohe Scoringqualität, sondern auch sein unermüdlicher Einsatz, seine aggressive Spielart und sein humoriger Charakter haben Huard zum Publikumsliebling aufsteigen lassen. In 167 Spielen bringt es der Mann aus Sudbury auf beachtliche 193 Scorerpunkte, was ihn bereits bis auf Platz 6 der ewigen Eislöwen-Scorerliste klettern ließ. Ihm fehlen damit nur noch 34 Scorerpunkte, um mit dem drittplatzierten Patrick Jarrett gleichzuziehen. Noch krasser ist aber Nicks Torquote. Trifft er so weiter, könnte er innerhalb der nächsten 3 Spielzeiten den Rekord von Sami Kaartinen einholen. Selbst die 401 Scorerpunkte von Petr Sikora wären nicht mehr unerreichbar. Voraussetzung: Huard bleibt! Um zu einer echten Legende aufzusteigen fehlt dann nur noch, dass der Kanadier, der sowohl auf dem Flügel, als auch auf der Centerposition agieren kann, ein Interesse entwickelt, die deutsche Sprache zu lernen.

Wusstet ihr eigentlich, dass kein Eislöwe mehr Tore in der Playoff-Geschichte der Eislöwen erzielt hat? 11 Buden in nur 18 Spielen sind ein Spitzenwert. Noch 7 Scorerpunkte in Playoffspielen (vielleicht hätte er die gegen Frankfurt bereits erzielt) und er knackt auch Sikoras Playoff-Topwert (38). Nur Ausnahmekönner Jordan Knackstedt hat eine noch bessere Scorerquote (2,00 in Playoffs und 1,35 in der Hauptrunde).

Vergessen wir auch nicht Huards hockeyverrückte Mama, die Jahr für Jahr als "VIP-Groupie" in Erscheinung tritt und für ein angenehm erfrischendes Flair auf den Anhöhen der besser betuchten Klientel sorgt.

Hoffen wir also auf die erneute Unterschrift von Nick. Baby don't "Huard" us - sign for one (two, three) more year(s)! Nach Susi, Siggi und Sami würde doch Stumpy super in die Reihe passen?!

Nicklas "Stumpy" Huard #40

Spiele: 167
Tore: 80
Assists: 113
Scorerpunkte: 193
Punkteschnitt: 1,16
Strafminuten: 162
Plus/Minus: +27
Siegtreffer: 12
Powerplaytreffer: 22
Unterzahltreffer: 3
Schüsse: 539
Schussquote: 14,8%
Bullyquote: +153 (153 Anspiele mehr gewonnen als verloren)

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