Kaum war die schon längst gefallene Entscheidung offiziell verkündet, kamen Dresden-typisch gleich alle Meckerer aus Ihren Löchern. So will es das Gesetz.
"Die Eislöwen wiederholen den Fehler der letzten Saison"
Ist dem so? Nur weil man sich wie bei Gratton zu einer Weiterarbeit entschieden hat, steht jetzt also bereits fest, dass der Mann, der seit zig Jahren erfolgreich in der DEL2 arbeitet, kein Team formen und auf eine neue Saison vorbereiten kann? Wir wären da sehr vorsichtig und glauben, dass etwas Ruhe gut täte. Rossi, mag er auch sein wie er ist, hat überall wo er tätig war, Erfolg gehabt. Das Team, was er jetzt betreut, entspricht nicht seiner Idee, aber er hat es während der Saison geschafft, die Truppe ungeachtet der DNA auf das nötige Fitness- & Spielniveau zu heben. Zudem sollte man einem erfahrenen Fachmann wie Marco Stichnoth nicht vorschnell unterstellen, blauäugig zu sein, wenn es um Zukunftsplanung geht. Warten wir es doch einfach ab, ob Rossi den Weg von Molling und Gratton einschlägt, oder nicht. Das Schwert des Scheiterns würde doch so oder so über jedem Trainer baumeln, weil alle hier durch die letzten zwei Spielzeiten förmlich gebrandmarkt sind, das Schlimmste zu erwarten.
"Schlechte Nachrichten für den Nachwuchs, Marco Eisenhut und Elvijs Biezais"
Warum? Lucas Flade, Arne Uplegger und Tom Knobloch (auch wenn er kein Eigengewächs ist) haben das Gegenteil bewiesen. Rossi hat in Heilbronn unzählige Adler-Fölis geformt und auch in DD nicht nur die ominösen 2,5 Reihen spielen lassen. Da verwechselt man ihn wohl mit dem hier so oft geforderten Kevin Gaudet. Qualität wird sich immer durchsetzen, egal in welchem Alter. Was die Entscheidung um Eisenhut und Biezais angeht, so geben Rossi die Ergebnisse recht. Zudem muss er in der Konstellation unangenehme Entscheidungen treffen, lobt dabei aber auch die professionelle Einstellung der beiden. Die Torwartfrage wird nach zwei eher durchschnittlichen Jahren ohnehin eine wichtige. Gut möglich, dass man keinen der drei Stammgoalies wiedersehen wird. Letztlich geht es um Qualität und Leistung. Dahingehend sollte man aber auch Elvijs Biezais noch nicht abschreiben. Einen trifft es halt und aufgrund seiner Reihenposition war er bei der Qualität der anderen Kontis die logische Wahl. Sollte jedoch etwas an der Passgeschichte dran sein, könnte Biezais länger bleiben, als viele denken. Warten wir es auch da einfach mal ab, ohne vorab irgendwelche vernichtenden Vorurteile zu fällen. Vieles hängt auch davon ab, ob man auf einen starken deutschen Goalie oder einen Import setzt. Der letzte, der ligaweit zu den besten gehörte, war übrigens ein gewisser Kevin Nastiuk, der damals mit Fangquoten jenseits der 93 % glänzte. Eisenhut ist ein Publikumsliebling, aber er stagniert, ungeachtet der Defensive vor ihm, seit anderthalb Jahren in seiner Entwicklung.
Wenn man also mal alle persönlichen Befindlichkeiten ablegt und rein professionell Leistungen analysiert, müssen einfach Entscheidungen getroffen werden, die nie allen gefallen werden, schon gar nicht, wenn man Spieler nach persönlichen, statt nach leistungstechnischen Kriterien bewertet.
Lasst uns also die laufende Saison, sofern uns unsere panische Regierung das überhaupt erlaubt, so gut es geht genießen und dann in Ruhe abwarten, welche Entscheidungen getroffen werden und ob bzw. wie diese fruchten. Das können wir dann sowieso frühestens im Oktober beurteilen. Der Name des Trainers, so unsere Erkenntnis, spielt an unserem Standort dabei die kleinste Rolle. Die Probleme liegen woanders und sind vielschichtiger, als dass es mit einem einzigen Personalwechsel getan wäre.
Playoffs. Oder können wir uns die jetzt "spahn"?
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