Mittwoch, 11. September 2019

Testphase vorbei - Die Saison ruft!

Unsere Vorbereitungsbilanz...

Seit Anfang August stehen unsere Jungs gemeinsam auf dem Eis. 11 Neuzugänge, zählt man die Youngster mit, mussten innerhalb der letzten 6 Wochen ins Gratton-Team integriert werden. Die halbe Mannschaft ist also neu.

In 8 Vorbereitungsspielen gegen überwiegend gleichwertige oder gar höherklassige Konkurrenz gelangen aber dennoch insgesamt 5 Siege bei nur 3 Niederlagen, die man allerdings allesamt gegen die Teams aus den Eliteligen (DEL, EBEL) kassierte.

Die Offensive fruchtete und deutete ihre Power durchgehend an. Zwar fehlte der Topreihe um Knackstedt und Huard der etatmäßige Center, da Kretschmann lange Zeit verletzungsbedingt ausfiel, doch das magische Duo der letzten Spielzeit deutete sein Potenzial wieder an. Noch stärker allerdings produzierte lieferte das Import-Trio um Biezais, Lamoureux und Mitchell ab, welches 13 der 29 Tore für sich verbuchen konnte und Platz 1, 3 und 4 der internen Scorerliste besetzt. Alle Stürmer haben scoren können, 9 Angreifer konnten eigene Tore bejubeln. Die größere Breite in der Qualität hat sich also bereits bemerkbar gemacht.

Bei den Junioren überraschte vor allem U21-Fördervertragsspieler Joe Kiss, der stark performte und sich möglicherweise schon jetzt fest in den Kader gespielt haben dürfte. Bitter sind die Ausfälle von Walther und Rupprich, die Ihren Reihen schmerzlich fehlten, aber möglicherweise zum Saisonstart wieder dabei sein können.

In der Defensive zeigten einige "Stagnateure" der letzten Spielzeit einen positiven Aufwärtstrend, allen voran wusste Steve Hanusch zu überzeugen, aber auch Sebastian Zauner zeigte vor allem in Sachen Aufbau-Dynamik viel Energie. Insgesamt sorgen die zwei Routiniers Kevin Lavallée und Alex Dotzler für mehr Stabilität und bilden mit Sorgenkindern der letzten Saison zumindest solide Pärchen. Allerdings waren weiterhin die Probleme der letzten Spielzeit zu sehen, die sich vor allem in individuellen Fehlern widerspiegeln, die aber besonders die hochkarätigen Gegner zu Tage förderten. Was der Defensive definitiv bisher fehlt, ist der offensive Output. Dort liegt die Last bislang ausschließlich auf den Sturmreihen. In der Vorbereitung zählten wir genau zwei Verteidigertore. Wir glauben aber daran, dass Hanusch, Lavallée und Zauner neben einem offensiv gewohnt soliden Kramer zulegen werden, den wir defensiv jedoch weiterhin kritisch beäugen. Die Defensive war, ist und bleibt zunächst die größte Baustelle, die aber hoffentlich bald geschlossen wird.

Auch im Abwehrverbund zeigten die Junioren gute Ansätze und erhielten allesamt Eiszeit. Einzig Goalie Nick Vieregge blieb als Kaderspieler gänzlich ohne Einsatz.

Apropos Goalies. Marco Eisenhut hat seit diesem Sommer harte Konkurrenz in der eigenen Kabine. Florian Proske ist der erwartet starke Herausforderer und betrachtet man nur die Vorbereitung, ist er gar die mögliche Nummer 1, wie es seine Trikotnummer passenderweise zum Ausdruck bringt. Proske hat nicht die Ruhe von Eisenhut, ist ein eher aktiver Typ, dafür aber besonders in der Seitwärtsbewegung auch etwas agiler und zeigte über die gesamte Preseason die bessere Fangquote. Eisenhut hielt solide, zeigte aber auch einige Böcke, die wir aber nicht überbewerten wollen. Wir gehen auf jeden Fall mit einem starken Duo in die neue Saison, welches sich gegenseitig pushen wird. Für uns liegt aber Proske derzeit vorn.

Betrachten wir unsere Special Teams, so hat das Penalty-Killing enorm an Stabilität gewonnen. Es wurden starke Rollenspieler verpflichtet, die dazu beitragen, die eigene Zone aggressiver und vehementer zu verteidigen. Mit über 84 % Erfolgsquote liegt man bereits in der Vorbereitung bei einem sehr starken, überdurchschnittlich guten Wert. Hält man diesen über die Saison hinweg, wird man zu den besten PK-Teams zählen.

Allerdings dürfte dies auch notwendig werden, wenn Mitchell und Knackstedt weiterhin Disziplinarstrafen sammeln wie andere Leute Briefmarken. Aber Entspannung. Knackstedt tobt sich gern erst einmal aus, weiß sich jedoch zu fokussieren, wenn es zählt. Dale Mitchell ist manchmal Out of Control, aber mal ehrlich, genau so ein Typ hat uns Jahre gefehlt und wird vor allem auch in Derbys unglaublich wichtig werden. Keiner will gegen seine Reihe ran, wo ja mit Lamoureux noch ein weiterer Giftzwerg wartet.

Überhaupt muss man sagen, dass die Kombination aus Charakter, Leidenschaft, Emotion und Ehrgeiz zu gefallen weiß. Somit scheint der Kader-Plan bisweilen aufgegangen zu sein, ohne den Tag vor dem Abend loben zu wollen.

Schauen wir nämlich auf das Powerplay, so sind wir in Sachen Effizienz leider noch auf Playoff-Niveau, denn da gelangen uns viel zu wenig Tore, was uns letztlich ein mögliches Finale gekostet hat. Allerdings bieten die Jungs ein gutes Kombinationsspiel, welches auch in numerischer Überzahl zum Tragen kommt. Man erspielt sich genug Großchancen, nutzt aber zu wenige davon. Allerdings hatte man auch deutlich weniger Chancen, das Powerplay auf Wettkampfebene zu üben. Legt man hier bei der Verwertung 6 bis 10 Prozent zu, wird man über gute Special-Teams, die ligaweit zu den Top 6 gehören können, verfügen.

Wenn unsere Offensive sofort liefert, wird der Rest kommen. Mit Selbstvertrauen wird diese Truppe ziemlich eklig für die Gegner werden. Wir brauchen aber einen guten Saisonstart und sollten auch als Fans gleich im ersten Spiel ein positives Signal an die Jungs senden. #LauterDresdner

Die Statistiken zur Vorbereitung

Spiele: 8
Siege : 5
Niederlagen: 3
Tore: 29:29 (24:13 gegen DEL2, CZE1, OL, USports / 5:16 gegen DEL, EBEL)
Powerplay: 3/24 (12,5%)
Penalty-Killing: 37/44 (84,1%)

Topscorer: Mitchell (12 Punkte), Knackstedt (11 Punkte), Biezais (10 Punkte)
Top-Torjäger: Knackstedt (7 Tore), Lamoureux (6 Tore), Biezais (4 Tore)
Top-Vorbereiter: Mitchell (9 Assists), Huard (7 Assists), Biezais (6 Assists)
Topgoalie: Proske (2,87 GGT/Sp.), Eisenhut (4,5 GGT/Sp.)
Topverteidiger: Hanusch und Lavallée (2 Punkte)

Gewinner der Vorbereitung: Proske, Hanusch, Biezais, Kiss

Wir gehen vorsichtig optimistisch in die neue Hauptrunde und sehen uns derzeit im Bereich 6-8. Kommen wir gleich ins Rollen, ist eine Attacke auf die Top 4 nicht utopisch, starten wir schlecht, kann es auch wieder in die ganz andere Richtung laufen. In dieser Liga spielen wahrscheinlich 14 Teams um die Playoffs und wer Schwächephasen am besten vermeidet, wird am Ende im grünsten Bereich sein.

P.S.: Wir wollen unabhängig davon eine Mannschaft sehen, die Derbys auch endlich wieder wie Derbys spielt. Auf gehts!

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