Traditionsspieltag, mit Sami Kaartinen eine echte Legende zu Gast, ein Gegner, der uns nicht liegt, volle Hütte, erstmals offiziell 4.576 Zuschauer, alle motiviert. Es war alles bereit für einen schönen Eishockeyabend. Doch dann kam alles ganz anders und wir verloren mit 4(!) zu 4 gegen Nürnberg.
Dabei sahen die Fans in der Arena und auch zuhause bei Magenta ein durchaus gutes und packendes Eishockeyspiel, welches aber zumindest für Magenta-Zuschauer bereits mit der ersten Respektlosigkeit begann. Wir erwarten von Kommentatoren echt nicht viel, aber man sollte sich zumindest mal mit den Clubs beschäftigen und nicht voller Überzeugung behaupten, der ESC Dresden wäre vor 25 Jahren gegründet worden und das würde man gerade zelebrieren. Es dauert zehn Sekunden, dass sauber zu recherchieren. Aber die Mühe war es wohl nicht wert. Ist schließlich nur der sportliche Absteiger.
Die größere Respektlosigkeit lieferte allerdings das großartige Team Stripes, welches nach dem vermeintlichen 1:1-Ausgleich der Eislöwen aus dem Nichts die Coaches Challenge in der DEL einführte. Alle waren bereit, weiterzuspielen, standen parat, doch dann ließ sich ein Ref von der Nürnberger Bank bequatschen und einreden, einen Videobeweis zu nehmen. Es wurde vorher nichts angezeigt, keine On-Ice-Entscheidung, nichts. Auch die Ref-Kollegen wussten nicht, was los ist, doch die Quintessenz war die Aberkennung des Tores von Drew LeBlanc, der uns wohl zeitnah Richtung Krefeld verlassen wird. Ein Skandal. Also nicht der Abgang von Drew, sondern die Handhabe der Situation durch den einen Schiedsrichter in seiner Solo-Show, die die Frage aufwirft, ob diese Liga uns jemals wirklich ernstgenommen hat. Es war ja nicht die erste verrückte Entscheidung zu Ungunsten unserer Farben. Der gestrige Vorfall ist schlicht und einfach ein Skandal. Aber ein Aufbegehren führt sicher zu nichts außer ungerechtfertigten Geldstrafen einer heuchlerischen Liga, die sich selbst in die Tasche lügt, da sie nicht kritik- und lernfähig ist.
Kommen wir zur Respektlosigkeit Nr. 3: Der Respekt vor uns selbst. Daran ließen es in den letzten zehn Minuten sowohl wir als Fans als auch die Spieler auf dem Eis mangeln. Eine verdiente 3:1-Führung nach all den Hürden im Spiel so herzuschenken und 30 Sekunden vor Ultimo noch komplett leer auszugehen, lässt schon hinterfragen, wieso man plötzlich so passiv und eben nicht mehr griffig agierte. Zum anderen war es unsererseits aber auch nicht clever oder glücklich, ausgerechnet dann uns selbst zu feiern, wenn das Team gerade in Unterzahl gegen den drohenden Ausgleich kämpft. Nicht das optimale Signal. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Support gestern top war. So gewinnt also das Team, welches die drei Punkte ganz dringend brauchte.
Am Ende stehen wir dann, passend zur ganzen Saison, wieder alle enttäuscht und ernüchtert da. Denn auch jetzt tut so ein Erlebnis einfach nur verdammt weh. Andernfalls wären wir hier auch Fehl am Platze.
Eishockey ist Leidenschaft und Emotion. All das war gestern da, doch was fehlte, war Respekt. Vor allem von Seite der Offiziellen.
Mit uns kann man es ja machen. Auch weil wir es mit uns machen lassen. Diese Erkenntnis schmerzt gewaltig und es sollte sich zügig etwas ändern. Wer sich nicht wehrt, kommt irgendwann aus der Opferrolle nicht mehr raus.
Nur noch sechs. Behaltet die Köpfe oben.
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