Nach Jahren des öden und unpersönlichen Merch-Abklatsches, der perfekt zum kargen Grau der Arena passte, wird es nun einen "neuen" Merchandising Partner bei den Eislöwen geben. Man möchte auf die Wünsche der Fans eingehen. Ein positives Signal, keine Frage.
Ihr merkt jedoch direkt, dass bei uns ein "aber" mitschwingt.
Es gibt einfach drei Punkte, die wir kritisch anmerken müssen, ohne jetzt vorab ein vernichtendes Urteil fällen zu wollen, denn wir haben bislang jedem auf jeder Ebene immer eine faire Chance gegeben, sich zu beweisen.
Erstens: Beim Catering bleibt uns Stand jetzt wohl die unpersönliche M-initialisierte "Taschenfüllanlage" erhalten. Die Auszeit ist keine Eishockey-Fankneipe, sondern eine emotionslos gestaltete Kurzverweil-Grotte ohne Identität mit dem "Schwerpunkt" Fußball und LMAA. Das Hallen-Catering kann man seit Jahren bestenfalls als gewinnorientierten Magenfüller und Beutel-Entleerer bezeichnen. So schafft man sich keine glücklich singenden Fans, sondern Frust trinkende "Liter-atur-Kritiker". Daher wäre auch dort eine neues Konzept sinnvoll und damit meinen wir nicht ein vegetarisches Spieltagsgericht.
Zweitens: Zunächst war Herr M. auch GF der Sportkultur GmbH (Damals noch WM Sportkultur GmbH), die ja nun das Ruder beim Merchandising übernehmen wird. Nun sind statt Wick und M. eben Wendt und Meinhardt eingetragen. Doch genau da wird es interessant, denn M., Wendt und Meinhardt sind bestens miteinander bekannt. Für einen kurzen Zeitraum waren alle gemeinsam an der Gesellschaft beteiligt. Daher bleibt abzuwarten, inwiefern dies nun wirklich ein "neuer" Weg ist.
Drittens: Schaut man sich vergleichsweise mal die Fanshops in Ingolstadt, Fischtown (Bremerhaven), bei der Berlin Filiale in der Lausitz oder in Berlin selbst an, sieht man, wo die Individualität und Leidenschaft liegt. Klar ersichtlich in der Hauptstadt. Ansonsten wird überall mit der Pandemie in Maskenform Geld generiert (kann man sehen wie man will) und ein einheitliches Tassendesign präsentiert, bei dem nur Farben angepasst werden und auch sonst wiederholen sich Club übergreifend Stile und Mach-Arten in Design, Layout und Präsentation. Ist das nicht ein absolutes No-Go, wenn man eine Fangemeinde individuell und auf einen Club zugeschnitten in ihrer eigenen Identität bestärken will? Franchise oder F(r)anschei*e funktioniert bilanziell, aber killt die Fankultur, wie man so wunderschön in der NHL sehen kann (dort stimmt aber wenigstens die Qualität und die passt auch zum Preis). Ein Merchandiser, der für mehrere Standorte tätig ist, kann gar nicht wirklich individuell sein, es sei denn, er schafft für jeden Standort ein eigenes Team mit echtem Bezug zum Club. Für uns ist der ESVK ein leuchtendes Beispiel, wie man es machen sollte. Persönlich, eigenständig, innovativ und emotional an den Club gebunden.
Was wurde nicht alles über viele Jahre verpasst. Gab es in 4 Jahren Schnabel eine Schnabeltasse? Ob nun als Tasse oder Sparbüchse, völlig egal. Trägt irgendwer einen Eisenhut? Ob nun als Cap im Metal-Style oder als allseits beliebter Fischerhut. Gab es Weihnachten Brendan-COOKies oder mal die Idee einer Dauer-Kaartinen, um nur ein paar der unzähligen Ideen zu nennen, die nicht umgesetzt wurden? Ja es gab kleine Lichtmomente wie den Elbwasser-Schal, aber vor allem viele textile Geldverbrennungsmittel.
Gut ist, das jetzt Leute im Club am Werk sind, denen die Fans und deren Belange nicht egal sind, sie nicht nur als Konsumenten sehen und so ist die Erkenntnis, etwas ändern zu müssen, lobenswert.
Dennoch gehen wir trotz des rein plakativ gesehen äußerst positiven Signals zunächst eher verhalten und ohne Erwartungen an die Sache heran, wenngleich Marco Stichnoth sicher so etwas sagen würde wie: "seid doch positiv, seid mal optimistisch und seht das Glas halbvoll." Nun... sind wir nicht schon positiv, indem wir keine Erwartungen statt negativer Erwartungen haben? In diesem Sinne.
In einem Jahr werden wir mit euch zusammen eine erste umfassende Bewertung vornehmen.
Bis dahin gilt: Ma guggn was gommd...
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