Montag, 2. März 2020

gESChafft...

Who the fu** is Hitchcock?!

Wie hat Patrick Ehelechner während der Olympischen Spiele 2018 immer wieder so schön gesagt: "Willst du mich verarschen?" Was war das bitte für ein wortwörtliches Herz.Schlag.Finale.? Aber gehen wir doch chronologisch vor.

Wir haben lange nicht mehr so viele Leute beim Warm-Up in der Kurve gesehen und der Support war ein erstes Vorwort für ein Drama in unzähligen Akten. Das hat man also davon, wenn man in einer Kulturstadt lebt. An der Semperoper weinen sie sich bestimmt jetzt in den Schlaf, weil dort nie einer ein derart emotionales Drama aufgeführt hat wie es unsere Mannschaft heute gegen Bad Tölz vollbrachte, die laut ihres Coaches keinen Druck, aber dafür viel Spaß hatten.

Ja, wir waren ja eigentlich auch total tiefenentspannt. Ging ja um so gar nix. Schon beim Intro und der Einlaufshow spürte man natürlich das Gegenteil. Es knisterte in jeder Ecke der Halle und damit keiner verglühte, sorgte der Geschawne direkt in der ersten Minute für die kalte Dusche. Doch die Halle war da. Das Team schüttelte sich ebenfalls und fortan auch die Angst von den Schultern, kam zum schnellen und damit entlastenden Ausgleich. Getragen von den Fans, hatten unsere Jungs danach mehr vom Spiel, aber wieder kein Schiedsrichterglück. Weller mäht Hanusch um, der übrigens danach verletzt ausschied und schmeißt direkt noch einen der Refs aufs Eis. Für uns, ob Absicht oder nicht, ein Angriff auf Offizielle, doch natürlich kassiert Weller nur 2 Minuten und Hanusch bekommt das gleiche. Logisch. das Tief "Nicole" blies sich erstmals in den Mittelpunkt.

Zu Beginn des zweiten Drittels haben wir dann aber erst einmal die direkte Glücks-Pille eingeworfen. Der Kapitän mit einem seiner typischen Treffer und somit die verdiente Führung für unsere Jungs, die übrigens eines ihrer besten Spiele in der defensiven Zone zeigten. Es war ein vorgezogenes Playoff-Spiel im Vollgas-Modus. Aufgrund der Anspannung aber wohl für die wenigsten ein Genuss. Das Ergebnis viel zu knapp. So viel Anspannung erlebst du nicht einmal vor dem Spiegel im Fitnessstudio. Alles Spitz auf Knopf. Knappikowski führte Regie.

Im letzten Drittel häuften sich die Chancen für die Entscheidung. Die dickste hatte sicherlich Mitchell, der bedrängt leider kurz vor Ultimo das leere Tor verfehlte. Scheibenverlust. Gegenzug. Anspiel. Die Uhr tickt runter 3, 2, 1, drin. Ja klar. Die ganze Halle brannte schon. Laut wie selten, die Schlusssirene herbeisehnend und den Siegesschrei auf den Lippen. Ach nö, drehen wir halt eine Extrarunde. Kommt eh nix gutes im Fernsehen. 2x kalt duschen in 2,5 Stunden ist schon ambitioniert, aber nicht zwingend gut für die Haut. Vom Kopf, den Nerven und dem Herz ganz zu schweigen. Plötzlich war die Halle im Schockmodus, doch fand dann so langsam wieder zu sich. 3 on 3 Overtime. Jippieh, da kann doch nix passieren und es war auch wirklich verhältnismäßig wenig an glasklaren Chancen zu vernehmen, aber Tief "Nicole" hatte noch Luft, lugte kurz vor Schluss noch einmal hinter einer Wolke hervor und schickte Knacki einfach mal für Nichts in die Grübel-Loge. Ein Glück waren nur noch 10 Sekunden auf der Uhr und das heute überraschend starke Penalty-Killing hielt sich schadlos.

Also Lotterie oder wie es Experten nennen: Penalty-Shootout. Warum nicht?! Es war ja erst nach 21 Uhr und mal ehrlich, wir sind ja selbst schuld. Was schreiben wir auch, dass wir Spiele auf Biegen und Brechen lieben? Selbstanzeige ist längst raus. Dale Mitchell beginnt und scheitert. Danach Dibelka für Tölz und er trifft, aber erst im Nachschuss. Grund genug für Tief "Nicole", noch mal raus ans Telefon zu gehen und ein Happy-Meal zu bestellen. Herrlich äh Hertrich. Erkenntnis? Es war tatsächlich kein regulärer Treffer. Durchatmen. Nageltanten werden morgen sicher einige Terminabsagen verkraften müssen, da bei vielen nix mehr da ist, was man lackieren könnte und kommt uns jetzt nicht mit Gel-Nägeln. Es war Zeit für unseren zweiten Schützen. "Pistol-Petr" stand parat, da musste Tief "Nicole" aber erst einmal einen Puck suchen. Wir finden ja auch, dass so ein Spielgerät total überbewertet wird. Trotzdem fand man noch so ein komisches schwarzes Ding und Petr zockte mit einer interessanten Tippel-Tappel-Tour die Hartgummischeibe mit dem Selbstvertrauen von 9 Spielen in Folge mit mindestens einem Treffer ganz cool in die Maschen. Kurze Extase in der Halle, aber da hatte ja der Pfleger noch gar nicht das Essen in Helenius' Zimmer gebracht. Also lief er los und klopfte an, doch Helenius steht wohl nicht so auf bayrische Küche und verweigerte die Annahme. Mario war dran und konnte das Spiel entscheiden, aber wir haben ja gelernt, dass man in so einem Theaterstück bitte auch die ganze Dramaturgie mitnimmt. Also kein Tor. So musste Helenius für das Fin(n)ish sorgen und tat dies einfach mal in Style. Folgewirkung: E-mo-tionen. Leere Gesichter, völlig geschaffte Menschen, verschwitzt, errötet, erleichtert, völlig durch. KLASSENERHALT! Der Herzkasper fragte: "Seid ihr alle da?" Wir antworteten: "JAAAAAAAAAA!". Mit letzter Kraft noch eine druckvolle Uffta in den Abend gezimmert und dann erst mal den Stecker gezogen. Was für eine Hauptrunde. Was für ein Ritt auf der Rasierklinge und das gilt es sicher knallhart zu analysieren. Aber nicht jetzt. Die Saison läuft noch und ab jetzt können wir auch Spaß haben Herr Gaudet. Kein Flugzeug hat jemals so einen Druckabfall verzeichnet, wie die gesamte Eislöwen-Familie nach dem Save von Helenius.

Nie mehr Oberliga und damit Grüße an alle, die uns dort seit Wochen, Monaten oder gar Jahren sehen wollen. Kümmert euch lieber darum, dass ihr nicht selbst dort landet, wir haben noch ein paar Flüche zu beenden. Drinbleiben ihr Sachsen. Die Sachsenmeister sagen Gute Nacht.

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