Unsere Eislöwen haben 26 von 52 Hauptrunden-Spielen der aktuellen Saison absolviert. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.
Nach einer vielversprechenden Vorbereitung gab es die Startkopie der letzten Saison inkl. Trainerwechsel und Rücktritt des Sportdirektors.
Die Probleme aber blieben zum Teil bis heute. Doch auch wenn viele aufstöhnten, als der Name Rossi plötzlich in Dresden präsentiert wurde, hat er jetzt schon bewiesen, dass er die richtige Wahl für die Situation ist. Aus einem systemlosen, ziemlich wilden und undisziplinierten Haufen mit hoher Veranlagung wurde binnen 8 Wochen ein offensivstarkes, dominantes Team mit aggressivem Forecheck und ausgeglichenen Reihen, welches dank eines besseren Fitnesslevels Spiele an sich reißen und Gegner überrennen kann. Seit Knackstedt mit Walther und unserem besten Spieler Nick Huard spielt, blüht er langsam wieder auf, zudem ist er weniger müde, seitdem es eine zweite Scoring Line gibt, die die Last zu treffen besser verteilt. Man kann festhalten, dass alle Imports funktionieren. Das gab es schon lange nicht mehr an der Elbe. Nix mit Elwitz Bierpreis, der Lette Elvijs Biezais ist nicht etwa eine Wundertüte, sondern schnell ersichtlich der Königstransfer des Sommers, auch wenn Lamoureux und Mitchell noch besser scoren. Biezais ist eine Augenweide mit Speed und Technik. Gebt dem Kerl einen langfristigen Vertrag. Genau wie Nick Huard. Beide werden immer interessanter für die Konkurrenz. Bei aller vielleicht auch berechtigten Kritik an Thomas Barth, hat er sowohl bei der damaligen Weiterverpflichtung von Huard und dem Transfer von Biezais ein gutes Händchen bewiesen. Defensiv hakt dagegen das System, auch wenn Steve Hanusch und Arne Uplegger eine starke Saison abliefern.
Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die defensiven Probleme sind zwar geblieben, aber nicht das System ist mangelhaft, vielmehr kosten immer wieder individuelle Aussetzer Gegentore, weshalb man auch weiterhin die Schießbude der Liga stellt. Es ist nicht nur das Defensivverhalten. Auch beide Goalies lieferten bislang viel zu schwankende Leistungen und waren nicht der erwünschte Rückhalt, den ein Defensivverbund benötigt. Somit ist es ein Spiel, in dem man sich ständig gegenseitig mit Unsicherheiten ansteckt. Gerade im Eishockey ist der Goalie immens wichtig und schaut man in die Liga, ist unser Duo nicht nur statistisch weit hinten in den Listen zu finden. Unabhängig von Fangquoten und Gegentorschnitten, ist die hohe Zahl an Patzern durch falsches Positionsspiel und technische Fehler alarmierend. Das letzte Spiel gab aber zumindest etwas Hoffnung, dass Marco Eisenhut, der normalerweise vom Potenzial her die Nummer 1 sein müsste, doch noch zu seiner Form finden wird und sein Tief überwunden hat. Zur Wahrheit gehört auch, dass vor allem erfahrene Spieler die dicksten Böcke schießen und mit individuellen Fehlern auf sich aufmerksam machen, statt die Defensive und die Spielstruktur zu ordnen. Die Problemkinder muss man nicht benennen, die kann sich jeder denken. Da gilt es trotz Formanstieg einfach langfristig zu denken und im Sommer harte Entscheidungen für die Zukunft zu treffen, um den Kreislauf der letzten Jahre zu durchbrechen. Sentimentalität ist nie ein guter Berater für langfristigen Erfolg.
Alle Probleme haben natürlich auch Einfluss auf die Special Teams. Zuletzt konnte sich aber die Unterzahl stark verbessern. Allein der Anstieg an geblockten Schüssen zeigt auf, dass die Bereitschaft füreinander zu kämpfen, wächst. Dennoch ist man da bestenfalls auf einem guten Weg, niemals aber am Ziel (derzeit Platz 13 im Penalty-Killing). Im Powerplay hat man die Schlagzahl erhöht, die Scoring-Effizienz verbessert (Platz 5) und agiert zielstrebiger. Doch was geblieben ist, ist der mitunter fahrige Aufbau und die Breakanfälligkeit. 6 Gegentore in Überzahl sprechen Bände und sind "Liga-Bestwert".
Nach 13 Saisonspielen standen wir bei 2 Siegen, 9 Punkten und 34:54 Toren. In den darauffolgenden 13 Spielen gab es 8 Siege, 22 Punkte und 57:50 Toren. Ein klarer Aufwärtstrend. Gelingt es jetzt, diesen Formanstieg kontinuierlich fortzusetzen und konstant Siege einzufahren sowie die individuellen Fehler weiter zu minimieren, wird man sicher in die Top 10, vielleicht sogar in die Top 8 vordringen. Andernfalls wird es wieder eine Zitter-Saison bis zum letzten Spieltag.
Teamstatistik
Spiele: 26
Siege: 10
Niederlagen: 16
Siegquote: 38,5 %
Punkte: 31
Punktequote: 1,2 pro Spiel
Tore: 91 (Platz 4)
Gegentore: 104 (Platz 14)
Strafminuten: 391 (Platz 3)
Powerplay: 25/115 (21,7 %, 5. Platz)
Penalty-Killing: 74/101 (73,3 %, 13. Platz)
Zuschauer: 30.563
Zuschauerschnitt: 2.351 pro Spiel (Platz 10)
Feldspielerstatistik
Top-Scorer: Lamoureux (35), Knackstedt (30), Mitchell (28), Huard und Biezais (je 27)
(Insgesamt 13 Spieler haben bereits zweistellig gepunktet!)
Top-Torjäger: Huard (13), Mitchell (12), Lamoureux (11), Biezais (10), Knackstedt (8)
Top-Vorbereiter: Lamoureux (24), Knackstedt (22), Biezais (17), Mitchell (16), Huard (14)
Top-Offensiv-Verteidiger: Hanusch, Lavallee und Kramer (je 12), Dotzler (11)
Plus-Spieler: Uplegger (+8), Huard (+6), Mitchell (+5), Walther (+2), Knackstedt (+1)
Minus-Spieler: Rupprich (-15), Dotzler (-10), Knobloch (-9), Hanusch und Pohl (-7)
Strafbankkönig: Mitchell (52), Rupprich (41), Dotzler (40), Knackstedt (36), Huard (32)
Schusswütig: Mitchell (95), Lamoureux (91), Knackstedt (71), Huard (64), Biezais (61)
Powerplay-Torjäger: Pohl und Huard (je 4), Biezais und Ritter (je 3)
Bullykönig: Lamoureux (60,4%), Huard (55,8%), Pielmeier (54,2%)
Siegtreffer: Lamoureux (3), Huard, Knackstedt und Pohl (je 2), Walther (1)
Goaliestatistik
Minuten: Proske (802:55), Eisenhut (760:25)
Gegentore: Eisenhut (48), Proske (53)
Gegentorschnitt: Eisenhut (3,79), Proske (3,96)
Fangquote: Eisenhut (88,9%), Proske (87,4%)
Saves: Eisenhut (384), Proske (369)
P.S.: Liebe Grüße noch nach Kassel, wo man so gern gegen Rossi schießt, weil er dort nicht jedes Jahr Meister wurde. Unsere Mannschaft "lörnt" überraschend schnell und Toni Ritter macht so gar nicht den Eindruck, er hätte ein Problem mit Rossi. Seit Rossi da ist, steuerte Ritter in 22 Spielen 6 Tore und 10 Assists, also 16 Scorerpunkte bei und zählt zu den größten Aktivposten im Spiel. Stand jetzt: Ist Rossi genau der richtige Trainer für die Situation und die Mannschaft.
Weitermachen.
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