
Spiel 1 des Halbfinales war eine Blaupause für diese Serie und sämtliche Vorab-Analysen. Fast alles lief so, wie man es erwarten konnte. Naja, zumindest aus unserer Sicht. Nach einer reifen und teils beeindruckenden Vorstellung klauten unsere Eislöwen nämlich das Heimrecht der Serie und setzten damit das erste Achtungszeichen.
Das Spiel begann eher taktisch. Doch man sah direkt in den ersten Shifts, wer mental das stärkere Team sein dürfte. Die erste dicke Gelegenheit hatte dennoch der Gastgeber. Doch Danny Aus den Birken scheint weiterhin im Playofftunnel zu sein. In der fünften Spielminute hatten dann die Eislöwen erstmals den Torschrei auf den Lippen, doch der satte Schuss im Powerplay landete am Pfosten. In der Folge sahen wir uns vermehrt auf der Strafbank wieder, was Kassel ins Spiel und in den Rhythmus brachte, ohne das sie allerdings wirklich Druck aufbauen konnten. In der 13. Minute gab es den Metalltreffer auf unserer Seite. Danny hat den Puck quasi an das Gestänge geguckt. Auffällig war, dass wir in der neutralen Zone durch die forcierten 1-gegen-1-Duelle der Huskies zu häufig durchfielen und Kassel dann schnell konterte. Glücklicherweise hatten die hessischen Stürmer jedoch Schwierigkeiten zu laufen oder Danny hielt stark.
Das zweite Drittel begann direkt mit Basti Gorčík, der Yannic Seidenberg zum Comeback gratulierte, indem er ihn im Eis versenkte. Der Mittelabschnitt taugte uns, wir kamen immer besser in unseren Sweet Spot und hatten nun auch Chancen. Nach drei vergebenen Möglichkeiten hieß es wieder Strafbank und Unterzahl. Unglaublich, wie AdB heute wieder sämtliche Abfälscher im Slot einsaugte wie ein Dyson und keine Abpraller zuließ. Next Level Puckfresser. Da kannste nur sagen: Schmeckenlassen. Andrew Yogan hätte dann in der 31. Minute vorne mit einem schnellen Pass in die Mitte die Führung vorbereiten können, doch zögerte einen Tick zu lange. Zwei Minuten später dann folgende Situation. Olsen fuhr durch den Torraum und berührte dabei Danny Aus den Birken klar erkennbar. Auch wenn Huskies-Coach Woodcroft (frei übersetzt = Holzhütte) hinterher rumheulte, dass dies keine Strafe gewesen sei, war es doch eine klare und ahndungswürdige Behinderung. Aber logisch weinte er, da wir das Powerplay in das einzige Tor des Abends verwandelten. Yogs stand links vom Kasten und suchte den Pass auf die andere Seite, doch der Puck ging stattdessen über Umwege und mit Glück als Lucky Bounce an Gibson vorbei ins Tor. 0:1. Direkt danach hätte Porsche auf 0:2 stellen können, doch scheiterte denkbar knapp an der Querlatte. Eine Minute später das nächste dicke Ding. So viele Chancen bekommst du gegen Kassel normalerweise nicht in so kurzer Zeit. Vor der Pause mussten wir hinten noch einmal schwer schuften und Dannys Fanghand regelte den Rest. Mit einem Topreflex rettete er die knappe Führung in die Pause.
Das Schlussdrittel startete mit anrennenden, forschen Schlittenhunden. Mit dem Willen, auszugleichen und das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Präzise gesagt, nahmen wir an, dass es so kommen würde. Doch stattdessen sah man das wohl abgezockteste Drittel unserer Eislöwen in den Playoffs 2025. Da stimmte beinahe alles. Starke Defensivaktionen, Slides, Schussblocks, abgelaufene Scheiben. Dazu immer gallig am Gegner und clever im Spiel gegen die bzw. mit der Uhr. Bis zur 59. Minute passte das Spiel der Huskies zur mittlerweile mauen Stimmung in der Halle. Es fehlte komplett an Power und Glauben, auch wenn man zumindest in Sachen Lattentreffern ausgleichen konnte. Doch es sollte sich noch eine weitere Chance ergeben. Strafe DD. Unterzahl. Die Hausherren zogen den Goalie und spielten 6 gegen 4. Wir ließen jedoch auch mit zwei Männern weniger nichts mehr anbrennen und brachten das knappste aller Ergebnisse in unserer Paradedisziplin über die Zeit. Boooom. Sieg. Auswärts. Zu Null. Upsi.
Fazit: Es ist nur ein Sieg, aber es ist ein ganz wichtiger Sieg für den Kopf. Wer jetzt noch nicht daran glaubt, dass dieses Team den ganzen Weg gehen kann, ist nicht mehr zu retten. Das war ab dem Mitteldrittel Playoffhockey at it's best. Die Defensive, rund um unsere Gummiwand Danny Aus den Birken, ist grandios. Dazu das sensationelle PK und eine Offensive, die gut genug ist, öfter zu treffen als der Gegner. Trotzdem muss man das Ding direkt abhaken und den Fokus auf Sonntag richten. Denn dann beginnt das Spiel wieder bei Null und ein paar Baustellen (Bullyquote, Disziplin) hat man ja auch noch. Bis dahin dürfen wir aber durchaus kurz feiern und den Moment genießen. Es war nämlich erst der zweite Sieg in unserer Zweitliga-Playoffs-Halbfinalserien-Historie. Wir vermuten aber, es wird in diesem Jahr nicht der letzte bleiben.
Wir haben da so ein Gefühl. Danke Männer, für die jetzt schon geilste Zeit des Jahres. Wir sehen uns am Sonntag. Lasst uns die Bude richtig anzünden.
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