Letztes Jahr erster Profivertrag als Importspieler, nach langen Bemühungen des Clubs der Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft, dann das Profidebüt und später gar der erste Treffer, Doppelpack und Game Winner. Doch nun der schnelle Abgang. Sehr dubios. Die Eislöwen wollten ihn ganz sicher nicht loswerden, erhielt er letzte Saison doch einen langfristigen Vertrag beim Club.
Angeblich sieht er aber nun andernorts bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Ernsthaft? Als 18-jähriger Jungprofi, der seine erste DEL2-Saison zum "Reinschnuppern" absolvierte, sieht man an dem Standort, wo man großgeworden ist, keine guten Entwicklung-Chancen? Warum? Weil heutzutage in Dresden Nachwuchsspieler so schlecht dran sind? Weil sich junge Spieler aus der DNL oder anderen Nachwuchsligen wie zum Beispiel Schiemenz, Walther, Knobloch, Uplegger oder Heyter hier ganz prächtig entwickeln oder entwickelt haben, um nur die jüngsten zu nennen? Oder vielleicht, weil man in Dresden keine Stammplatzgarantie bekommt, sondern für seine Minuten ackern und Charakter zeigen muss? Man weiß es nicht. Ein Heyter ging als Föli nach Erfurt, sammelte Spielpraxis in der Oberliga und wird nun sehr wahrscheinlich überwiegend DEL2 spielen. Er hat sich durchgebissen. Traut sich das Saakyan nicht zu? Hat er es nicht nötig oder einfach keine Geduld?
Man hört ja immer wieder, dass das direkte Umfeld des Spielers bezüglich eigener Ambitionen und Ansprüche etwas schwierig, manche würden gar behaupten abgehoben sei. KHL-Träume machten da gern die Runde. Der deutsche Pass für die Eltern jahrelang keine Option? Andere erzählen, es ginge um persönliche Befindlichkeiten zwischen sportlicher Leitung und Spieler. Ego-Themen sind also wichtiger als das große Ganze? Wer weiß... Wir sparen uns ein großes und langes Stochern im Nebel. Es ist letztlich die Entscheidung von Georgiy Saakyan und er ist für seine Handlungen verantwortlich. Niemand sonst. Wir wünschen ihm die richtige Einstellung, denn egal ob in Moskau, Mannheim, Dresden, Freiburg oder Erfurt, überall gilt: Arsch aufreißen oder darauf sitzen. Er ist zweifelsohne talentiert, aber das sind andere auch. 80% ist Charakter und Arbeitseifer, der Rest Talent und etwas Glück.
Schade, dass das bislang sportlich gesehen vielleicht "größte" Dresdner Eishockeytalent geht, jedoch soll man Reisende bekanntlich nicht aufhalten. Gute Reise und viel Glück.
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