Auch Verteidiger Nummer vier im Kader für die neue Saison ist kein Neuer, aber der würde uns ja auch nur bedingt weiterhelfen. Nachdem schon der Verbleib von Zauner und Hanusch zumindest rein sportlich betrachtet etwas überraschte, tut es die Vertragsverlängerung von René Kramer fast noch mehr. Zwar ist der Offensivverteidiger immer für 20-30 Scorerpunkte gut, wichtig für den Spielaufbau und ein vorbildlicher Blocker, aber trotz seiner unbestrittenen Skating-Qualitäten nachweislich nicht der Schnellste, besonders nicht im defensiven Umschaltspiel. Die Folge, viele Breaks, in denen er als letzter Mann überlaufen wurde. Man kann daher nur hoffen, dass man das System so ausrichtet, dass Kramer eine schnelle Reihe um sich weiß oder grundsätzlich nicht als letzter Mann die blaue Linie hält. Hieß es doch, man wolle gerade im Bereich "Tempo" zulegen.
Der Ex-Kapitän wird in seine bereits fünfte Spielzeit als Eislöwe starten, steuerte in bislang 238 Pflichtspielen 25 Tore und 88 Vorlagen bei, was letztlich Kramers Kernkompetenz untermauert. Anders als bei Uplegger und Zauner, kann man aber keine großen Entwicklungssprünge mehr erwarten. Tempo hat man oder eben nicht. Also hilft nur, clever zu spielen.
Klar ist, dass defensiv der ganze große Umbruch ausbleiben dürfte. Heyter wird wohl noch verlängert und dazu kommen aller Wahrscheinlichkeit nach noch 2 namhafte und routinierte Cracks aus der DEL. Der ganz große Offensivverteidiger scheint jedoch nicht auf der Agenda zu stehen, was vielleicht auch gar nicht gewünscht ist, wenn man bedenkt, dass zunächst eher an der defensiven Stabilität und Grundordnung gefeilt werden soll und muss. Dabei helfen bekanntlich in erster Linie keine rein offensiv geprägten Spieler, wie man an Jordan Heywood erkennen durfte, der zwar viele Torbeteiligungen sammelte, aber doch deutlich mehr Scheibenverluste und Stellungsfehler anschreiben musste, als erwartet.
Wer zukünftig wohl auch nicht mehr helfen darf, ist Chris Billich. Dem Stürmer wurde trotz bestehenden Vertrages nahegelegt, sich einen neuen Club zu suchen, da er in den Planungen von Trainer Brad Gratton nach der enttäuschenden letzten Spielzeit überhaupt keine Rolle mehr spielt. Leider war die Beziehung Eislöwen/Billich letztlich ein einziges Missverständnis, weshalb das Preis-/Leistungsverhältnis in arge Schieflache geraten ist. Wir wünschen Chris Billich trotzdem alles Gute, viel Erfolg bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber und bedanken uns für seinen Einsatz in der letzten Saison.
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