Am gestrigen Abend feierten die Eislöwen Saisonabschluss. Dieser war so gut besucht wie lange nicht mehr, manche würden gar sagen wie nie. Ausgelassene Stimmung, locker sitzende Geldscheine bei der Trikotversteigerung und 2 wichtige offizielle Meldungen. Nach Trainer Brad Gratton und Topgoalie Marco Eisenhut wurden auch die Verlängerungen von Schnell-Entwickler Timo Walther und DEL2-Topscorer Jordan Knackstedt vermeldet. Damit haben die Dresdner zwei weitere wichtige Bausteine an der Elbe gehalten, auch wenn die Zeichen bei Timo Walther mit einer weiterhin so fortschreitenden Entwicklung über kurz oder lang auf erstklassiges Eishockey stehen.
Timo Walther
Der Stürmer hat nach seiner soliden Rookiesaison enorm zugelegt, nicht an Gewicht, aber an Haarpracht und vor allem an Hockey-Sense. In der Reihe mit Kapitän Thomas Pielmeier blühte der lauf- und kampfstarke Angreifer regelrecht auf und nutzte seine viele Eiszeit für mehr Input, als man vor der Saison erwarten konnte. Walther war folglich sehr gefragt, doch die Eislöwen haben sich nicht ausstechen lassen und frühzeitig um den talentierten Spieler gekämpft. Mit Erfolg. Mit 14 Toren und 18 Assists in 64 Spielen überzeugte Walther auch als Scorer, trat aber vordergründig als Ladekabel für seine Reihe in Erscheinung. Gerade in den Playoffs war er zudem der Mann für die entscheidenden Tore. Der Verbleib von Walther könnte als Transfercoup bezeichnet werden, wenn er nicht schon da wäre.
Jordan Knackstedt
Das Genie- und Wahnsinn-Gerede ist spätestens mit den Playoffs zu den Akten gelegt worden. Knackstedt hat bewiesen, dass er sich im Griff haben kann, dazu extrem mannschaftsdienlich agiert und scort wie kein Zweiter. Völlig zurecht wurde er zum DEL2-Spieler des Monats März gewählt. Natürlich könnte er immer noch körperlich zulegen, ist aber ligaweit auch so schon eine Ausnahmeerscheinung. Mit 98 Scorerpunkten verpasste er nur knapp die magische 100-Punkte-Marke und erreichte den fünftbesten Wert, der je in der DEL2 erzielt wurde. Seine 27 Playoffpunkte bedeuten zudem einen neuen Ligarekord, der wohl auch nicht mehr angegriffen werden kann. Knackstedt wird sehr wahrscheinlich auch ohne Finalteilnahme den Topscorertitel der Playoffs abräumen und ist nicht nur deswegen eine wichtige Vertragsverlängerung für die Elbestädter. Werden die richtigen Nebenleute für ihn gehalten oder gefunden und noch etwas Entlastung/Konkurrenz für den Vielspieler geschaffen, wird er in der kommenden Saison ein noch wichtigerer Faktor als ohnehin schon. Ruft er sein ganzes Potenzial ab, wird er die 100 knacken, aber auch so ist er ein ungemeiner Gewinn für den Standort, der sich jetzt bereits bezahlt gemacht hat.
Soll noch mal einer behaupten, bei uns werden Spieler nicht besser. Walther, Knackstedt, Della Rovere, Eisenhut, Postel, Heyter, Uplegger, Pielmeier und Knobloch sind aber allein in der abgelaufenen Saison mancherorts immer noch zu wenige positive Beispiele. Es geht eben nichts über die Mannschaft, die "jetzt" Playoffs spielt. Grüße an den Bratwurst-Äquator, wo ein neuer Trendsport Einzug erhalten hat: Sich von Neid und Missgunst geprügelt ständig (ca. 11,4 Stunden am Tag) mit den ungeliebten Eislöwen zu beschäftigen.
Zurück zum Thema: Der Anfang ist gemacht. Sicher stehen schon einige weitere Personalien fest, aber kommt Zeit, kommt Meldung. Die Eislöwen definitiv verlassen wird Tomas Schmidt. Der deutsch-tschechische Verteidiger hatte zwar starke Playoffs gespielt, jedoch in der Hauptrunde keine vergleichbare Leistung abrufen können und so die Zeichen bereits frühzeitig auf Abschied gestellt. Gerade aufgrund der starken Leistungen der Nachwuchsspieler ist die Entscheidung ohnehin zu erwarten gewesen. Wir wünschen Schmidti alles Gute für den weiteren Weg und bedanken uns für 4 Jahre, 238 Spiele und 76 Scorerpunkte im Trikot der Eislöwen.
Nun beginnt sie also wieder, die Zeit, in der man sich mit Gerüchten, Wünschen und Träumen rund um den Kader beschäftigen darf. Tendenziell haben wir uns bereits unser Bild gemacht und unsere eigenen Vorstellungen im Kopf. Eine wichtige Rolle hat darin auch Nick Huard gespielt. Bereits gestern war er das heißeste Thema. Bleibt er oder geht er? Was für eine Frage? Die Antwort wird es sicher bald geben.
Die ersten Gerüchte fliegen ja sowieso bereits durch die Lüfte, wo auch immer diese herkommen mögen.
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